Schulamt soll für Bayern neue Ideen testen

Mindelheim (mst). - Die Freude bei Schulamtsdirektor Wolfgang Schwamborn ist riesig: Denn als eines von zwei Schulämtern in Bayern wurde das Staatliche Schulamt im Landkreis und der Stadt Memmingen ausgesucht, um mit Mitteln der Stiftung 'Bildungspakt Bayern' neue Ideen umzusetzen. Von den dabei gemachten Erfahrungen sollen später auch andere bayerische Schulämter profitieren. Um zwei Vorhaben geht es hier in den nächsten zwei Jahren: zum einen um neue Formen gezielter Personalförderung und -auswahl, zum anderen um Schulamt und Schule als 'vernetzte und lernende' Organisation. Ministerialrätin Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung, hat nach einigen Gesprächen die Fördermöglichkeit in Aussicht gestellt und nun auch realisiert. Verbunden ist das mit 5000 Euro an Fördermitteln, erklärt Schwamborn. Ausdrücklich betont der Schulamtsleiter, dass die vielen Projektideen der letzten Jahre und die neuen Vorhaben ein Gemeinschaftswerk sind, an dem das Schulamt ebenso wie engagierte Schulleitungen und Lehrkräfte mitgewirkt haben. Wie das neue Vorhaben im einzelnen aussehen soll, erläuterte Schwamborn gemeinsam mit Schulamtsdirektor Herbert Sedlmair und den Schulrätinnen Johanna Heiß-Wimmer und Elisabeth Fuß bei einem Pressegespräch.

Gezielte Personalauswahl Bei der Erprobung neuer Formen einer gezielten Personalentwicklung, -förderung und -auswahl geht es dem Schulamt darum, Nachwuchskräfte zu gewinnen, die Schule aktiv mitgestalten. Gleichzeitig soll Interesse an der Übernahme von Führungsverantwortung geweckt werden. Das Schulamt will Nachwuchskräfte gezielt fördern, zum Beispiel durch Fortbildungsmodule, durch Hospitationen an anderen Schulen sowie durch begleitende Gespräche und Zielvereinbarungen und nicht zuletzt, indem sich diese Lehrkräfte auf schulübergreifenden Feldern bewähren können, etwa als Beratungslehrer oder in der lokalen Lehrerfortbildung. Zur Frage, wie man diese interessierten Nachwuchskräfte finden will, sagt Schwamborn: 'Bisher haben wir nur die übliche dienstliche Beurteilung. Aber ein guter Lehrer ist nicht unbedingt ein guter Rektor.' Deshalb hat das Schulamt einen innovativen Katalog entwickelt, der sich auf drei Komponenten stützt: Und zwar auf Aussagen von Seminarrektoren, Schulräten und Schulleitungen sowie auf Mitarbeitergespräche und auf so genannte 'Assessment Center' als neues und zusätzliches Verfahren zur Förderung und Auswahl potenzieller Führungskräfte. Für die Durchführung dieser Assessment-Center hat die Stiftung Bildungspakt Kontakte zu Personalabteilungen mehrer Firmen hergestellt, die Erfahrungen in diesem Bereich haben. Auf Ebene der Schulleitungen und des Schulamts soll zudem eine 'gemeinsame, Kräfte weckende Führungskultur' entwickelt werden. Das andere Vorhaben im Rahmen der Förderung durch den Bildungspakt Bayern umfasst die Idee, dass sich Schulamt und Schulen eines Schulamtsbezirks als 'vernetzte Organisation' begreifen, in der jeder von jedem lernen kann. 'Diese Grundidee soll gezielt weiter ausgebaut werden,' erläutert Schwamborn. So will man zum Beispiel das 'Lernforum' - offene Nachmittage für Lehrer mit Arbeitskreisen, Ideenbörsen, Vorträgen und vielem anderen, die jeden Donnerstag stattfinden - ausbauen. Es soll außerdem bedarfsgerechte und abgestimmte Fortbildungsangebote geben, eine externe Bewertung durch spezielle Teams, schulübergreifende Arbeitskreise mit Rückkoppelung zur Einzelschule und vieles andere mehr.

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