Marktoberdorf
Schüler auf gefährlichen Rädern

Ein eiskalter Wind pfeift um das Bahnhofsgebäude. Das Thermometer zeigt fünf Grad unter Null. Gefühlt sind es mindestens minus 20. Trotzdem: Wenn es um die Sicherheit vor allem der jungen Verkehrsteilnehmer geht, schrecken die Marktoberdorfer Polizeibeamten vor solchen Temperaturen nicht zurück. Die Bilanz zeigt, dass ihr gestriger Einsatz nötig war: Mehr als die Hälfte der Fahrräder der Schüler wies Mängel auf. Für Verkehrssachbearbeiter Klaus Wobst ein trauriges Fazit.

Froh ist die Polizei dagegen über die Autofahrer: «Wenn sie viele Schüler sehen, fahren sie vorsichtig», lobt Wobst und wünscht sich ein solch umsichtiges Verhalten nicht nur in der Bahnhofstraße. Dadurch liege die Quote der Unfälle mit radelnden Schülern so niedrig. An den Fahrrädern der Kinder selbst kann es nämlich nicht liegen. Sie weisen erhebliche Mängel auf. Dass viele junge Zweiradlenker in der Dämmerung morgens um halb acht ihr Licht nicht eingeschaltet haben, ist zwar sehr schlecht, aber eigentlich nur das geringere Übel. Bei vielen funktioniert nicht einmal mehr die Bremse. «Eigentlich müssten wir Dein Rad aus dem Verkehr ziehen», ermahnen Wobst und seine Kollegen gleich mehrere Schüler. An diesem Morgen lassen sie Gnade vor Recht ergehen. Nur: Auf den Drahtesel darf sich niemand mehr setzen. Er muss geschoben werden.

Schnee legt Dynamo lahm

Gestern Morgen zeigten sich noch ganz andere Probleme. Frischer Schnee legte sich um die Reifen und blockierten die Dynamos. Da leuchtete trotz besten Strampelns nichts. «Am besten sind da Steckleuchten vorn und hinten», wissen die Experten. Einige haben diese auch vorbildlich angeschaltet. Allerdings gleichen manche nur trüben Funzeln. Die Kälte setzt den Batterien erheblich zu.

Die Konsequenz: Am besten sei es, die Fahrräder am Abend vorher auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Dabei nimmt die Polizei besonders die Eltern in die Pflicht.

Tückische Straßenglätte

Erschwerend kam gestern die Straßenglätte hinzu. Nicht nur einer der Beamten erlebte mit seinem Fahrrad eine schmerzliche Bruchlandung, auch einen Schüler erwischte es vor den Augen der Polizei. Deshalb sei es wichtig, nicht auf der Straße zu fahren, sondern Radwege zu nutzen - falls in Marktoberdorf vorhanden -, bevor jemand unter die Räder eines Autos gerät.

Die Polizei wird in den nächsten Wochen die Kontrollen wiederholen. Nur bleibt es bei Verstößen dann nicht mehr bei einer Ermahnung. Es muss gezahlt werden.

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