Empfang
Schreiner Michael Ruppert kehrt nach über vier Jahren auf der Walz zurück

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«Ich freue mich riesig. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl», gestand Helga Ruppert, als sie ihren Sohn jetzt nach langer Zeit wieder in die Arme schloss. Freudentränen flossen auch bei den beiden Schwestern des 23-Jährigen. Michael Ruppert Senior war ebenfalls sichtlich gerührt.

Nach über vier Jahren auf der Walz marschierte Handwerksbursche << Michi >> nun zurück in seine Heimatstadt Kempten. In Oberwang bereiteten ihm Familie und Freunde einen herzlichen Empfang.

<< Willkommen Zuhause, Michi >> war auf T-Shirts und einem Transparent zu lesen. Wie es die Tradition verlangt, kletterte der junge Schreiner erst einmal über das Ortsschild und verabschiedete sich von seinen mitreisenden Wandergesellen.

Dann stand der Begrüßung nichts mehr im Weg. Jetzt müsse er erst einmal richtig ankommen, meinte << Michi >> seelenruhig und grub eine Flasche aus, die er bei seiner Abreise 2007 in der Erde verbuddelt hatte.

Hinter dem 23-Jährigen liegen aufregende Jahre auf der Walz, der traditionellen Wanderzeit der Handwerker-Gesellen. Den Hauch von Freiheit und Abenteuer genoss er auf zahlreichen Reisen, die ihn bis nach Indonesien, China, Kapstadt, Russland und in die Mongolei führten. Wie es die Zunft vorschreibt, trug << Michi >> Ruppert dabei stets die Handwerkerkluft mit Schlaghose und einen großen Hut.

Mit sich führen durfte er lediglich ein kleines Bündel und einen Wanderstab. Er verpflichtete sich, mindestens drei Jahre und einen Tag zu wandern und dabei den << Bannkreis >> von 50 Kilometern rund um seine Heimatstadt Kempten nicht zu betreten. Auf seinen Reisen stieß der Allgäuer stets auf willige Arbeitgeber, bei denen er sich seinen Lebensunterhalt verdiente.

Als Wandergeselle verschlug es den Kemptener mal in ein luxuriöses, mal in ein ärmliches Umfeld. Und so manche Nacht verbrachte er während der oft entbehrungsreichen Zeit unter freiem Himmel.

Nur kurze Zeit hält es den 23-Jährigen jetzt im Allgäu: In Hildesheim wartet die Meisterschule auf ihn. << Wenigstens >>, tröstet sich Helga Ruppert, << führt Michi dort ein geregeltes Leben und ich muss mir nicht mehr so viele Sorgen machen. >>

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