Schorenbach soll renaturiert werden

Buchloe/Hausen (mel). - Lob erntete der Buchloer Stadtrat diese Woche vom Wasserwirtschaftsamt für seine Entscheidung, einen Gewässerentwicklungsplan für den Schorenbach in Auftrag zu geben (wir berichteten). Der Plan wurde vom Memminger Büro Lars Consult erstellt und nun präsentiert. Inwieweit er angesichts der Haushaltslage umgesetzt werden kann, blieb offen. Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall in Hausen, meinte Bürgermeister Josef Schweinberger - denn dort dient der Gewässerentwicklungsplan als Zuschuss-Grundlage für die Kanalisation. Einiges hat der Schorenbach in der Vergangenheit mitgemacht - er wurde ausgebaut, tiefer gelegt, umgeleitet, begradigt. Inzwischen weiß man es besser und will solchen Gewässern möglichst wieder ein natürliches oder zumindest naturnahes Gesicht geben. Auch dazu soll der Plan dienen, der die Stadt nach Abzug der staatlichen Zuschüsse 2800 Euro kostete. Er sei keinesfalls rechtsverbindlich, sondern beinhalte nur Vorschläge, wurde den Stadträten mehrfach versichert. Julia König vom Wasserwirtschaftsamt bezeichnete den Gewässerentwicklungsplan als wichtig für den Hochwasserschutz und das Ökosystem. Große Maßnahmen seien oft gar nicht nötig, letztendlich werde meist nur die 'Eigendynamik' der Natur gefördert. Die Experten von Lars Consult hätten dem Stadtrat am liebsten alle fünf für Buchloe relevanten Teilstücke des Schorenbaches im Detail vorgestellt, doch Bürgermeister Schweinberger bremste sie: 'Der erste Abschnitt, der überhaupt ansteht, ist der Ortsteil Hausen', betonte er. Insgesamt haben die Planer den Bach in sieben Abschnitte aufgeteilt, zwei davon liegen jedoch auf Iglinger Flur.

Steile und 'harte' Ufer In Hausen dient der Gewässerentwicklungsplan als Zuschuss-Grundlage für die anstehende Kanalisation. Er soll verhindern, dass der Bach durch die geplante Einleitung des Regenwassers und die weiteren Baumaßnahmen beeinträchtigt wird. Aber schon jetzt steht es um ihn nicht allzu gut. Oft sei das Ufer sehr steil und 'hart' verbaut, der Bach sehr gerade und durch Straßen und Wege naturgemäß eingeengt, erläuterten die Planer. Südlich des Ortes werde er zudem künstlich aufgestaut, auch das gilt aus ihrer Sicht als Defizit. Das Büro schlägt unter anderem vor, unterschiedliche Bachbreiten und 'weiche' Ufer zu schaffen, passende Bäume und Sträucher anzupflanzen (auch um den Bach zu beschatten) und das Gewässer durch Zugangsbereiche 'erlebbar' zu machen. Das Wehr im Süden sollte ökologischer gestaltet werden, sprich es soll wenigstens durch 'Umgehungsrinnen' mehr Durchlässigkeit erhalten, wenn es schon nicht ganz zurückgebaut wird. Von der Einleitung des Regenwassers in den Schorenbach, wie es das Kanalisations-Trennsystem in Hausen vorsieht, halten die Planer auch nicht viel - sie plädieren für eine 'Rückhaltung' auf Privatgrund. Hier machte Schweinberger ihnen keine Illusionen: Das Regenwasser werde eingeleitet, 'so wurde es vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt'. Was welche Maßnahmen kosten und in welcher Höhe sie konkret bezuschusst würden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, erklärte Stadtbaumeister Herbert Wagner gestern gegenüber der BZ. Auf jeden Fall werde 'Schritt für Schritt' vorgegangen. Oftmals werde der Plan bei normalen Unterhaltsmaßnahmen als Hilfestellung dienen. Geplant ist - heuer oder Anfang 2005 - eine Versammlung für die Bürger von Honsolgen und Hausen. Denn bei vielen Maßnahmen sei die Stadt natürlich auf die Kooperation privater Grundstückseigentümer angewiesen.

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