Memmingen
«Schöne Bescherung» hinterm Scheibenwischer

In der Eile wird das Auto am Straßenrand abgestellt, nur ganz kurz natürlich. Zwar steht dort ein Halteverbotsschild, aber in den paar Minuten wird schon nichts passieren. Kaum ist man zu seinem Fahrzeug zurückgekehrt, klemmt es vorwurfsvoll hinter dem Scheibenwischer: das Knöllchen. Laut einer Studie des Zeitmagazins bekommen in Offenbach besonders viele, in Hildesheim vergleichsweise wenige Fahrzeughalter eine solche Verwarnung. In Memmingen, das nicht in der Studie auftaucht, wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren ein leichter Rückgang verzeichnet.

«Im Monat werden zwischen 2000 und 3000 Strafzettel in Memmingen verteilt», berichtet Walter Plail, Leiter des Memminger Straßenverkehrsamts, und fährt fort: «Je nachdem, wie lange das Auto schon falsch geparkt steht, erhöhen sich die zu zahlenden Kosten. Im Schnitt werden fünf bis 15 Euro fällig.» Wenn das Knöllchen innerhalb von 14 Tagen nicht beglichen wird, flattert zunächst eine einfache Verwarnung ins Haus. Verstreicht noch einmal dieselbe Zeit, ohne dass der Fahrzeughalter reagiert, wird es erheblich teurer: Bis zu 25 Euro für ein Bußgeldverfahren kommen mit den Postzustellungsgebühren hinzu. «Wenn man einen Strafzettel über fünf Euro bekommen hat, ist es das nicht wert», meint Plail.

Nach seinen Worten handeln sich viele Leute Strafzettel ein, weil sie ihre Autos im Halteverbot abstellen, nur um möglichst nahe bei einem Geschäft zu parken. «Hinterher schimpfen sie dann über das Knöllchen», weiß Plail. Dabei sei es in Memmingen sehr einfach, kostengünstig zu parken. «In unseren Parkhäusern ist die erste Stunde umsonst. Und jede weitere ist nicht besonders teuer.»

Kontrollen auch am Wochenende

In Memmingen werden von der kommunalen Verkehrsüberwachung derzeit fünf Kontrolleure eingesetzt, die den Falschparkern auf der Spur sind. In Bereichen, wo häufig falsch geparkt wird, finden auch mehr Kontrollen statt. Und zwar auch an den Wochenenden. Das Geld, das durch die Knöllchen eingenommen wird, «fließt in die Haushaltskasse der Stadt», sagt Plail.

Doch eine Quote, wie viele Strafzettel geschrieben werden müssen, gebe es nicht. «Wenn alle vernünftig parken würden, wären wir zufrieden», betont der Amtsleiter. Aber da das nicht der Fall sei, müsse man eben dafür sorgen, dass Halteverbote eingehalten werden.

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