Zertifikat
Schnelle Hilfe bei Herzstillstand

Das Dr. Otto Geßler-Krankenhaus hat als erste süddeutsche Klinik die Zertifizierung zur «Herz-sicheren Klinik» erhalten. Dazu hat das Haus ein ausgeklügeltes Notfallsystem eingeführt, das bei Patienten, die im Krankenhaus einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, schnell reagieren kann. Für jedermann rasch zugängliche und leicht zu bedienende Defibrillatoren, intensive Schulung aller Mitarbeiter und eine stetige Qualitätskontrolle verschafften der Klinik das Zertifikat.

Schätzungsweise 300000 Menschen in Europa fallen jedes Jahr dem plötzlichen Herztod zum Opfer. Wenn Menschen auf offener Straße eine solche Attacke erleiden, vergeht oft zu viel Zeit, bis ein Notarzt oder ein Defibrillator vor Ort ist. Meist ist Kammerflimmern die Ursache, eine fatale Herzrhythmusstörung, die zum Tode führen kann, wenn nicht durch eine sogenannte Defibrillation wieder ein normaler Rhythmus hergestellt wird. Dabei werden durch einen kurzen, starken Stromstoß alle Herzmuskelzellen gleichzeitig erregt und normalisiert - und zwar je früher, desto besser.

Das Lindenberger Krankenhaus ist jetzt für solcherlei Notfälle optimal ausgerüstet: «Von jedem Ort in der Klinik aus ist innerhalb von maximal drei Minuten eine sofortige Defibrillation möglich. Denn Automatisierte Externe Defibrillatoren (AEDs) hängen in jedem Stockwerk an der gleichen, gut gekennzeichneten Stelle und können von jedem bedient werden», erklärt Oberarzt Dr. Norbert Hauber, der zentrale Notfallmanagementbeauftragte.

«Wird ein Patient mit Kreislaufstillstand aufgefunden, löst der Retter sofort Alarm an das Reanimationsteam und seine Kollegen aus und bringt den nächstgelegenen der insgesamt sieben AEDs innerhalb 90 Sekunden an den Patienten», so der Anästhesist weiter.

Über zwei auf die entblößte Brust geklebte Elektroden analysiere das Gerät beim Einschalten den Herzrhythmus des Patienten und teile dem Helfer mit, wann ein Elektroschock erforderlich ist.

Qualitätsmanagementbeauftragte Heike Mollet, die die Zertifizierung begleitet hat, ergänzt: « In der Zwischenzeit trifft das Reanimationsteam der Intensivstation ein und kann bei Bedarf die Wiederbelebungsmaßnahmen fortführen.»

Auch Köche werden geschult

Ausnahmslos alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in regelmäßigen Schulungen auf solche Notfälle vorbereitet. Und damit sind wirklich alle gemeint: nicht nur Ärzte und Pflege, auch Köche, Haustechniker, Röntgenmitarbeiterinnen, Physiotherapeuten und Büroangestellte.

«Wir sind sehr stolz darauf, als erste süddeutsche Klinik mit dem Zertifikat ausgezeichnet worden zu sein», freut sich Pflegedirektorin Gaby Fischer-Reng. «Wir sehen das Zertifikat auch als Siegel für unsere besondere Patientenorientierung, die uns als Rotkreuzklinik auszeichnet», so die Oberschwester.

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