Schnecken jetzt zu Leibe rücken

Unterallgäu (sh/sdo). - Sie sind klein, schleimig - und sie kriechen wieder: die Schnecken. Allein beim Gedanken an sie wird so manchem Gartenfreund schon im Frühjahr wieder Angst und Bange ums Gemüse. Rupert Reinartz, Kreisfachberater für Gartenbau am Unterallgäuer Landratsamt, rät, den Tieren möglichst früh zu Leibe zu rücken. Am besten schon, bevor Salat angepflanzt wird. Um es gleich vorweg zu nehmen: 'Töten ist der einzig wirksame Weg', sagt der Experte. Wegtragen helfe überhaupt nicht. 'Die Tiere werden immer in einen Garten zurückkehren, weil es dort viel mehr schmackhafte Nahrung gibt als auf einer Wiese.' Der Gartenexperte hält das Frühjahr für die beste Zeit, um etwas gegen die Tiere zu unternehmen. Fängt man die Schnecken, sobald sie aus ihrem Winterquartier kommen, können sie sich gar nicht erst vermehren. 'Dann vernichtet man mit einer Schnecke gleichzeitig 100', sagt Reinartz. Allerdings gibt es auch zahlreiche andere Kniffe, um den Schnecken die Lust auf den Salatkopf zu verderben. Voll in die Sonne: Schnecken mögen es feucht und dunkel - die Gemüsebeete sollten deshalb möglichst in der Sonne liegen. Weg vom Kompost: Schnecken mögen den Komposthaufen. Wer gleich daneben ein Gemüsebeet anlegt, lockt die Tiere geradezu an, vom Gemüse zu kosten. Sand untermischen: Die Erde in den Beeten sollte krümelig sein, damit sich bei Trockenheit keine Risse bilden, in denen sich die Schnecken verkriechen können. Am besten arbeitet man in die Erde Sand ein - und erspart sich damit sogar das Umgraben.

Gezielt und früh gießen: Gemüsebeete sollten nicht großflächig gegossen werden. Der Experte empfiehlt, immer gezielt unten an die Pflanzen Wasser zu gießen. Außerdem sollte früh morgens gegossen werden, denn abends werden durch die Feuchtigkeit Schnecken besonders angezogen. Tontöpfe eingraben: Bewährt haben sich auch neben den Gemüsepflanzen eingegrabene und mit Wasser gefüllte Tontöpfe. Die Töpfe geben das Wasser direkt an die Pflanzen ab - es gibt keine großflächige Feuchtigkeit, wie Schnecken sie lieben. Natürliche Feinde fördern: Durch Sträucher, Hecken und Reisig und durchlässige Gartenzäune kann man natürliche Feinde der Schnecken wie den Igel anlocken. Um die Schnecken schließlich absammeln und töten zu können, braucht man die richtigen Köder. Und das sind beispielsweise Apfelschnitze, angeweichtes Hunde-Trockenfutter und tote, durchgeschnittene Schnecken, da die Tiere Kannibalen sind. Wer die Kriechtiere einmal beisammen hat, sammelt sie am besten abends ein. Morgens hätten sich die Tiere bereits voll gefressen. Am meisten Schnecken findet man, wenn man sie sammelt, sobald sich ein Regenschauer ankündigt. Um sie zu töten, empfiehlt Eberhard, sie mit kochendem Wasser zu übergießen. Diese Methode sei wesentlich weniger grausam, als sie mit Salz zu bestreuen. Wer der Plage mit Chemie Herr werden will, dem rät Reinartz zu Schneckenkorn auf der Basis von Eisenphosphat. Dieses Schneckenkorn sei für andere Tiere völlig ungefährlich - und die Nutzpflanzen mögen es sogar als Dünger. Weniger hält der Fachmann von Schneckenzäunen: 'Einen ganzen Garten damit auszurüsten, ist viel zu teuer.' Er rät, nur sehr empfindliche Pflanzen damit zu schützen. Eine gute und auch ganz und gar biologische Lösung für das Problem seien natürlich auch mehrere Schneckenenten im Garten.

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