Schlankheitskur für Klärwerks-Planung

Kempten(sh). - Einen ordentlichen Batzen Geld hat sich da der Abwasserverband Kempten gespart: Nicht mehr zwölf, sondern nur noch rund zwei Millionen Euro soll die Erweiterung des Gruppenklärwerks kosten. Am Dienstag gab der Verband grünes Licht für das Projekt. Endgültig auf den Weg gebracht wurde auch der Bau der Klärschlammtrocknung. Schon seit längerem war klar, dass das Klärwerk des Verbandes nicht mehr groß genug ist (wir berichteten). Denn zum einen müssen immer mehr Abwässer aus der Industrie aufbereitet werden und zum anderen gibt es seit Anfang des Jahres mit der Gemeinde Durach auch noch ein neues Verbandsmitglied. Die Zielrichtung also stand schon länger fest: Die Anlage muss vergrößert werden. Was dann jedoch in den Vorplanungen herauskam, das wollte den Verbandsmitgliedern so gar nicht schmecken. Denn sie sollten für die Erweiterung satte zwölf Millionen Euro hinlegen. Schnell war man sich einig, dass diese Summe niemand aufbringen kann und dass neue Pläne auf den Tisch müssen.

Und nach 'vielen gemeinsamen und hartnäckigen Anstrengungen' (Verbandsvorsitzender Ulrich Netzer) schaffte man es tatsächlich, die Kosten von ursprünglich zwölf auf rund zwei Millionen Euro zu verringern. Dieser Summe konnten die Mitglieder einstimmig ihren Segen geben. Damit kann nun mit der Ausschreibung für das Projekt begonnen werden. Fertiggestellt sein soll es bis Juli 2005. Mit der Klärwerks-Erweiterung geht ein weiteres Großprojekt des Abwasserverbands einher: Die Verbandsmitglieder stimmten in ihrer Sitzung auch den Planungen für den Bau einer Klärschlammtrocknung zu. Wie berichtet, kostet der Abtransport des belasteten Schlammes in den Osten Deutschlands jedes Jahr hohe Summen. Allein im Jahr 2003 waren es etwa 870000 Euro. Und da der Klärschlamm zu 70 Prozent aus Wasser besteht, plant der Verband, ihm dieses Wasser einfach zu entziehen. So verringere man Masse und Transportkosten. Nachdem Anfang Juni bereits die grobe Richtung besprochen worden war, wurden nun die endgültigen Planungen abgesegnet: Rund eine Million Euro soll die Anlage kosten, fertiggestellt sein soll sie bis spätestens Anfang 2005. Positiver Nebeneffekt der Trocknung laut Abwasserverband: Nicht nur die Kosten für den Klärschlamm können reduziert werden, sondern auch die des Klärwerks. Denn die warme Abluft aus der Trocknung kann im Klärwerk gleich weiterverwendet werden und so die Betriebskosten senken.

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