Bad Hindelang
Schlafende Venus zwischen verschlüsselten Botschaften

Sie ist Malerin, Bildhauerin und viel beschäftigte Dozentin an unterschiedlichen musischen Bildungsstätten - die diplomierte Kunsttherapeutin Elke Wieland. Als Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler und der Künstlergruppe Eigen-Art war die Immenstädterin bereits bei zahlreichen Ausstellungen präsent. Daneben gibt sie ihr künstlerisches Know-how in Kursen für Bildhauerei und Freies Malen an ambitionierte «Eleven» weiter - und arbeitet vor allem auch nach wie vor in ihrer ureigensten Domäne, der Kunsttherapie.

Jetzt stellt Elke Wieland einen maltechnisch ambivalenten Bilderreigen sowie einige markante Skulpturen unter dem Motto «Verbindungen» im Bad Hindelanger Rathaus aus. Es sind verschlüsselte Botschaften, die Elke Wieland im formal reduzierten Duktus oder als abstrakte Bildkomposition «artikuliert». Letzteres beherrscht mit «Spuren» und «Vernetzungen» (wo sich Blätter in den Garnen eines aufgelösten Wollknäuels versponnen haben) oder mit imaginären «Traumlandschaften» den Bilder-Zyklus in der ersten Etage. Es ist vor allem das Spiel mit der Farbe, aus dem sich die Bildinhalte wie zufällig fügen, das den Betrachter gefangen nimmt.

Mit ausdrucksstarken fotografischen «Lichtzeichen» ist die Künstlerin auch im nächsten Stockwerk auf Spurensuche durch allerlei «Vernetzungen». Dort allerdings wird sie formal konkreter und erweckt Metaphern wie «Kontakt» oder «Zeit für Wunder» durch stilisierte Frauenakte zum Leben. Dazwischen finden sich eine «schlafende Venus», ein befreiender «Sprung» oder wieder ein «Traum», aus dem ein weißes Pferd aus der tiefblauen Nacht in die lichte Morgendämmerung zu springen scheint. Oder ein ganz besonderes «Frauennetzwerk», das mit lauter frei im Raum schwebenden halbierten Torsi dieses spezielle soziologische Gefüge witzig konterkariert.

Als Kontrastprogramm zu dieser verschlüsselten Bildersprache stehen die eindrucksvoll schlichten Skulpturen der Bildhauerin Elke Wieland. Hier steht der Stein, das Holz mit seinen natürlichen Runen und Maserungen im Mittelpunkt des gestalterischen Prozesses - wie beim «Keimling» aus Birkenholz oder dem (doppeldeutigen) «Aufbruch» aus Carrara-Marmor beispielsweise sowie dem wunderschönen marmornen Tischwasserspiel.

Öffnungszeiten: bis 27. März, montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.

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