Buchenberg / Kempten
Schafft Helmut Schießl seinen siebten Sieg?

Das neue Jahr will Helmut Schießl (37) in Gipfelnähe begrüßen. Der frühere Berglauf-Weltmeister aus Buchenberg plant mit Freunden eine Skitour auf das Ofterschwanger Horn. Dort sollen am 31. Dezember um Mitternacht auf knapp 1400 Metern die Sektkorken knallen. Wenn bis dahin alles glatt läuft, kann der Sportler dann auch weiteren Erfolg anstoßen. Denn wenige Stunden vor seiner Skitour wird er beim Kemptener Silvesterlauf (Donnerstag, 13.30 Uhr) um den Sieg laufen. Bereits sechs Mal hat Schießl das traditionsreiche 10-Kilometer-Rennen, zu dem heuer um die 1000 Teilnehmer erwartet werden, gewonnen. So oft wie kein anderer.

«Schöner Jahresabschluss»

«Noch ein Sieg wäre natürlich ein schöner Jahresabschluss. Ich werd ja auch nicht jünger», sagt der «Silvesterlauf-Dominator» mit einem verschmitzten Grinsen. Zweimal musste er auf dem Rundkurs zwischen Illerstadion und Nordbrücke bereits einem Jungspund den Vortritt lassen: Der zwölf Jahre jüngere Ruben Schwarz aus Friedrichshafen, ehemaliger Junioren-Europameister im 3000 Meter Hindernis-Lauf, holte sich 2006 und 2007 jeweils vor Schießl den Sieg. Doch das lag wohl nicht nur am Altersunterschied: Der Crossläufer Schwarz war zu Silvester in seiner Saisonvorbereitung jeweils schon weiter als der Bergläufer Schießl. In seinem Metier wird es erst Anfang Mai richtig ernst.

Der Silvesterlauf indes ist für den Schreiner ein gutes Training vor schöner Kulisse. «Wenn ich jetzt schon in Bestform wäre, hätte ich etwas falsch gemacht», sagt Schießl, der von seinen Freunden Fuzzy gerufen wird. Seit Dezember trainiert er seine Grundlagen: mit langen Läufen, Skitouren oder auf der Loipe. Ganz so viel Training ist freilich nicht mehr drin, seit er das Profi-Dasein vor über einem Jahr beendet hat und als Schreiner in einem Buchenberger Betrieb arbeitet.

Dennoch war Helmut Schießl bei 20 Rennen im vergangenen Jahr vorne zu finden. Am meisten gefreut hat er sich über den dritten Platz im Juni beim Rennen der Vereinigung «Skyrace» in Valmalenco/Italien, an dem die besten Bergläufer der Welt teilnahmen. Ähnlich stark war die Konkurrenz beim Sky-Race in Giir di Mont/Italien, wo Schießl Achter wurde.

Zudem gewann er den «Drei-Zinnen-Marathon» und wurde bei der deutschen Berglauf-Meisterschaft am Hochfelln Zweiter hinter Timo Zeiler (28/Frankfurt). Auf ähnlich hohem Niveau will er noch «zwei, drei Jahre» weitermachen. Der Silversterlauf gehört sowieso in sein Programm.

1500-Meter-Spezialist

Da sich Ruben Schwarz bislang nicht angemeldet hat, muss sich Schießl wohl vor allem vor einem Mann in acht nehmen: Der Franzose Christoph Chayriguet (30), der seit zwei Jahren im Marketing bei einer Käserei in Kempten arbeitet, gilt als Kandidat für eine Zeit unter 33 Minuten.

Im letzten Jahr schüttelte Schießl den Verfolger bereits früh ab - und umging somit eine Entscheidung auf den letzten Metern, auf denen der 1500-Meter-Spezialist Chayriguet seine Stärke hat. «Mal sehen, wie ich das diesmal angehe», sagt Schießl und grinst vielsagend. Ein Grinsen, mit dem er beim Silvesterlauf in Kempten meist auch ins Ziel läuft

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