Kleinweiler-Hofen
Schabernack im Hexenkessel

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Alle zwei Jahre gerät das beschauliche Kleinweiler-Hofen zum brodelnden Hexenkessel. Samstagabend war es wieder so weit. 2100 schiefgesichtige Hexen, unheimliche Ratzemäuse, wilde Wölfe, steppende Bären und andere alemannische Hästräger setzten an zum großen Narrensprung. Bei eisigen Temperaturen hatten sich diesmal weniger Zuschauer eingefunden als in früheren Jahren. Immerhin rund 700 Neugierige verfolgten den Nachtumzug mit Schneefall und Konfettiregen.

«Wo isch d´Hex? - Auf d´r Burg!» Mit diesem altbekannten Narrenruf feuerten Moderator Sigi Wiest und ein launiges Publikum die gastgebenden Burghexen Alttrauchburg an, hinter deren Masken nicht nur Frauen steckten. Etwa die Hälfte der Akteure, verriet Zunftmeister Olaf Krummrei, seien Männer. Leider, bedauerte der Narrenchef, leide die Gruppe an Nachwuchsmangel: «Heuer gab es bei uns nur fünf Frischlinge.» Ob dieses Problem auch die anderen Zünfte betrifft, vermochte er nicht zu sagen. Jedenfalls hätten lediglich 42 Gruppen am Umzug teilgenommen. Beim letzten Mal waren es noch weit über 60 gewesen.

Ganz nach dem Motto der Gluathexen aus dem Illerwinkel - «Hexaguat - Heilos guat!» legten sich die unzähligen «wiaschten Weiber» mächtig ins Zeug. So präsentierten sie den Zuschauern akrobatische Besenpyramiden und wilde Hexensprünge. In Acht nehmen mussten sich die jungen Mädchen am Straßenrand. Mit ihnen hatten die Hästräger allerlei Schabernack im Sinn. Und das trotz des warnenden Zunftrufes der Teilnehmer aus Immenried: «Lass d´Finger von d´r Fehl - sonscht juckt d´r d´Deifl an d´Kehl.»

Keine Angst vor den unheimlichen Gestalten hatte die vierjährige Michelle, die mit ihrem Vater Andreas Wurster aus Leutkirch gekommen war. Das kleine Mädchen im Prinzessinnenkleid bekam von den Hästrägern jede Menge Bonbons geschenkt. Besonders gespannt waren Vater und Tochter auf die Narrenzunft Leutkirch mit dem Gaudiruf «Hoorig, hoorig - isch d´Katz».

Mit 200 Teilnehmern, darunter Schachenmännle, Katzen und grüne Hexen, bildete sie die größte Gruppe. Jüngste Zunft waren die «Wetterhexa» aus Altusried, die sich erst 2006 gegründet haben.

Hoch her ging es nach dem Umzug bei der fetzigen «Attackenparty» mit Discjockey Ollo im Festzelt. Auch in der Kleinweiler Sporthalle feierten die Narren bis spät in die Nacht hinein.

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