Satzung kein Damm gegen Gastro-Flut

Füssen (hs). - Erneut mit der Ballung gastronomischer Betriebe in der Altstadt beschäftigte sich der Füssener Bauausschuss. Dem Vorschlag, die Häufung von Lokalen mit einem Regelwerk zu unterbinden, erteilte Bürgermeister Christian Gangl allerdings eine Abfuhr: 'Das Allheilmittel wird sicher nicht eine Satzung sein.' Klaus Keller (Freie Wähler) hatte in der Sitzung nachgefragt, was aus dem Vorschlag seines Fraktionskollegen Michael Wollnitza geworden sei: Mit Hilfe einer neuen Bauleitplanung für die Innenstadt sollte verhindert werden, dass immer neue Gastronomiebetriebe entstehen. 'Ein wie auch immer geartetes Regelwerk wird in dem Mischgebiet Innenstadt nur sehr schwierig durchzusetzen sein', antwortete Armin Angeringer für das Bauamt. Über einen Bebauungsplan sei dies wohl nicht zu erreichen. Zwar habe die Stadt Tübingen für ihre Innenstadt gastronomische Nutzungen komplett ausgeschlossen, doch dies werde für Füssen ja nicht angestrebt. Eventuell könne man aber festlegen, dass eine gastronomische Nutzung nur im Erdgeschoss erlaubt wäre, schloss Angeringer.

Für Geschäfte interessant machen Bürgermeister Gangl sah in einer Anti-Gastronomie-Satzung für die Altstadt kein Allheilmittel. Dabei verwies er auf die Erfahrungen der Stadt bei ihrem Versuch, Einkaufsmärkte am Moosangerweg mittels einer Satzung zu verhindern. Man müsse andere Wege beschreiten, um die Innenstadt nicht allein für Gastronomen, sondern auch für Geschäftsleute interessant zu machen. Darüber werde man sich im Stadtrat Gedanken machen müssen. Abgelehnt wurde vom Bauausschuss ein Stehcafé/Imbiss in derzeit leerstehenden Geschäftsräumen an der Luitpoldstraße. Hier muss noch immer geklärt werden, welche weiteren Nutzungen im Obergeschoss des Gebäudes stattfinden. Erst dann ist es aus Sicht des Bauausschusses möglich, die Zahl der notwendigen Stellplätze für das gesamte Gebäude festzulegen. Vorläufig zurückgezogen hatte ein Antragsteller die Nutzungsänderung für Räume in der Reichenstraße, die ebenfalls für einen gastronomischen Betrieb vorgesehen waren.

Kaffee im Baumarkt trinken Bei drei Gegenstimmen billigte der Ausschuss unterdessen eine Bäckerei mit Stehcafé in einem Baumarkt am Moosangerweg. 'Es kann doch nicht in unserem Sinne sein, dass da draußen ständig neue Würstelbuden entstehen', ärgerte sich zwar Alfred Köpf (CSU). Bürgermeister Christian Gangl verwies aber darauf, dass man rechtlich nicht einschreiten könne: 'Wir brauchen über die Entwicklung nicht philosophieren, die Nutzung ist zulässig.'

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