Neugablonz / Kempten
Sanitätsdepot soll verkauft werden

Bis Februar/März nächsten Jahres möchte Max Neppl von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Kempten das frühere Sanitätsdepot der Bundeswehr in Neugablonz an einen Investor verkauft haben. «Ich bin recht zuversichtlich, dass das klappt», betont er gegenüber der AZ. Wie berichtet, war die Sanitätsmaterialkompanie, die in dem seit 1959 bestehenden Neugablonzer Sanitätsdepot stationiert war, abgezogen und in Sigmaringen mit einer anderen Einheit zusammen geführt worden. Seitdem stand natürlich die Frage im Raum, was mit dem fast 40000 Quadratmeter großen Areal passieren soll.

Die Stadt Kaufbeuren selbst hat inzwischen das Objekt als Standort für maximal zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei ins Gespräch gebracht. Laut Oberbürgermeister Stefan Bosse habe die Polizei derzeit erhöhten Bedarf an Unterkünften. Denn es würden mehr Polizeianwärter eingestellt als es Plätze in den vorhandenen Kasernen gebe. Bosse schrieb deshalb an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und bot das Sanitätsdepot als vorübergehende Heimat für Einsatzhundertschaften an. Sollte dies zustande kommen, würde sich die Stadt auch finanziell engagieren, erklärt Bosse. Stark dafür machten sich auch die Kaufbeurer Landtagsabgeordneten Franz Pschierer (CSU) und Bernhard Pohl (FW).

Für Kaufbeuren spricht aus Bosses Sicht auch die gute Anbindung an die potenziellen Einsatzorte der Bereitschaftspolizei in Augsburg und München. Eine Antwort aus München hat der OB freilich noch nicht erhalten.

Die Stadt wünscht sich jedenfalls eine sinnvolle Folgenutzung des Depots. Denn eine Brache, die mit der Zeit zuwächst, kann niemand ernstlich wollen. «Deshalb haben wir Interessenten mit der Bundesanstalt zusammengeführt», erläutert Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak. Im Raum Kaufbeuren, aber auch aus anderen Regionen, gebe es potenzielle Investoren.

Letzteres bestätigt auch Max Neppl. «Wir führen derzeit ernste Verhandlungen.» Aus Rücksicht auf diese will er keinen Verkaufspreis für das Depot nennen. «Unser Ziel ist natürlich, ein bestmögliches Ergebnis für die Bundesanstalt zu erzielen.»

Im Mai 2009 hatte die Bundesanstalt das Areal von der Bundeswehr als Eigentümerin übernommen. Die Gebäude werden nicht geheizt, lediglich die Grünanlagen wurden gepflegt, sodass der Behörde mit Zentralsitz in Bonn bislang keine großen Unterhaltskosten entstanden. «Wir wollen das Gelände ausschließlich als Ganzes verkaufen. Es stellt eine Einheit dar, ist eingezäunt und die Gebäude hängen zum Teil zusammen.»

Beworben wurde der Standort in unserer und in anderen Zeitungen sowie im Internet als «Gewerbepark Kaufbeuren-Neugablonz». Ob es letztlich auch einmal so genutzt wird, liege dann am Käufer. Dieser dürfe einen Teil oder auch alle Gebäude abreißen. Altlasten im Boden, in Neugablonz bekanntermaßen ein Dauerthema, existieren übrigens auf der Fläche nicht: «Das ist untersucht worden. Da gibt es keine Probleme», versichert Neppl.

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