Füssen / Ostallgäu
Rotes Kreuz sucht händeringend junges Blut

Das Rote Kreuz (BRK) in Füssen schlägt Alarm: Im südlichen Ostallgäu gehen immer weniger Bürger zum Blutspenden. Zählte die Füssener Bereitschaft 2007 pro Quartal noch rund 100 Spender, so waren es 2009 im Schnitt nur noch 76.

Gerda Wagner hat dafür eine simple Erklärung: «Die Stammspender werden immer älter, doch Nachwuchs kommt nicht ausreichend nach.» Hintergrund: Mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit dürfen Menschen den roten Lebenssaft beim BRK nur bis zum Alter von 69 Jahren spenden. Danach ist eine ärztliche Ausnahmegenehmigung nötig.

Auch Claus-Peter Lang, Gebietsreferent für Südschwabenbeim Blutspendedienst des BRK, beobachtet die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Zusätzlich zur Altersentwicklung macht sich nach seiner Erfahrung ein besonderer Negativ-Trend in den Städten bemerkbar: «Auf dem Land ist das Blutspenden bei vielen noch selbstverständlich verankert. In den Städten dagegen nimmt das Interesse viel stärker ab.

» Der Vergleich von Füssen und der Hochburg Seeg zeigt dies drastisch: Ließen sich im Jahr 2009 in der Stadt statistisch gerade mal zwei von hundert Bürgern den roten Lebenssaft abzapfen, so waren es in der Landgemeinde 25.

Nun will das BRK in die Offensive gehen. «Bei einem runden Tisch haben wir vor kurzem beraten, was wir tun können», erläutert Bayerns Rot-Kreuz-Vizepräsident Dr. Paul Wengert. So will man gezielt Jugendliche und Vereinsmitglieder als Erstspender gewinnen, auch eine Art Wettbewerb unter den Feuerwehren sei ein möglicher Ansatz, um Begeisterung für die gute Tat zu wecken.

Die Bundeswehr als Zielgruppe scheide allerdings aus: In Füssen spenden zwar mitunter mehrere hundert Soldaten pro Quartal ihr Blut - doch das werde direkt an die Bundeswehr-Kliniken weitergeleitet.

«Außerdem denken wir auch darüber nach, die Spendetermine attraktiver zu machen», so Wengert weiter - etwa durch hochwertigere Präsente statt der bislang als Dankeschön überreichten Haushaltsartikel oder Regenschirme.

Eine Geldprämie, wie sie von einzelnen Kliniken gewährt wird, ist laut Claus-Peter Lang aber auch künftig beim BRK kein Thema. «Schließlich darf man man bei allem nie vergessen: Blutspenden muss auf Freiwilligkeit basieren!»

Die nächsten Blutspendetermine: 14. Januar: Pfronten (17 bis 20.30 Uhr, Pfarrheim St. Nikolaus); 19. Januar: Füssen (16 bis 20 Uhr, BRK-Haus Rudolfstraße); 20. Januar: Nesselwang (17 bis 20.30 Uhr, Pfarrheim St. Andreas); 27. Januar: Schwangau (17 bis 20 Uhr, Volksschule am Ehberg).

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