Ronja, geboren bei St. Coloman in Papas Auto

Buching/Schwangau (rea). - Eines Tages, so in 17, 18 Jahren, wird Ronja Gebler ihren Führerschein haben. Und sie wird mit dem Auto dann auch mal von Buching nach Schwangau fahren. Wahrscheinlich sogar immer an einem ganz bestimmten Tag, dem 6. Juni nämlich. Und vielleicht auch immer bewusst am Abend, so gegen 21.30 Uhr. Denn am Abend des 6. Juni 2004 um diese Zeit ist Ronja Gebler geboren: im Auto ihrer Eltern, am Rand der Bundesstraße 17, ganz in der Nähe der Kirche St. Coloman, im Lichtschein von Schloss Neuschwanstein. Manfred Bendig, der Papa von Ronja, ist noch immer ganz aus dem Häuschen, wenn er von diesem Abend erzählt. Ähnlich geht es der stolzen Mama Martina Gebler im Krankenhaus in Füssen, wo die beiden noch bis zum Wochenende umsorgt werden. Am Montag, 7. Juni, hätte Ronja zur Welt kommen sollen. Am Sonntagabend war jedoch schon abzusehen, dass die Kleine nicht mehr so lange warten will. Also brachten Manfred und Martina ihr anderthalbjähriges Söhnchen Samuel bei Freunden unter und machten sich im Auto von Buching aus auf den Weg ins Füssener Krankenhaus. Bis zu den Bannwaldseekurven - da hatte Manfred Bendig 'gut 170 Sachen drauf' - ging alles ganz gut, doch dann platzte die Fruchtblase. 'Wir hofften bloß, dass wir es doch noch ins Krankenhaus schaffen. Aber das Baby war einfach schneller', erinnert sich Manfred Bendig an diese Minuten. Kurz vor der Coloman-Kirche steuerte er den Wagen an den Straßenrand und rief über Handy die 112 an, die Feuerwehr. 'Die Nummer vom Krankenhaus war aus meinem Kopf verschwunden. Doch die Leute bei der Rettung haben mich weiterverbunden und ständig mit mir geredet', berichtet der Vater. Ein 'netter Mann' gab ihm Anweisungen - er vermittelte zwischen der werdenden Mama und dem werdenden Vater am Handy. 'Dem hab ich wahrscheinlich viel dummes Zeug erzählt, aber er war einfach nur nett', lacht Manfred Bendig. Noch immer hofften Manfred und Martina, dass der Notarzt schneller da sein könnte als das Baby. Doch Ronja dachte nicht daran, so lange zu warten. 'Ganz schnell ging das, und ohne Probleme', freut sich der 24-Jährige unbandig. Als die Rettungssanitäter dann bei der glücklichen Familie ankamen, war Baby Ronja schon dick verpackt in 'alles, was wir im Auto dafür gefunden haben'. Für die beiden Retter, Uli Lindner und Philipp Lohs, blieb nicht mehr gar so viel zu tun: Die Nabelschnur durchtrennen, Mutter und Kind erstversorgen, in den Wagen packen und ins Krankenhaus bringen, wo für Ronja und ihre Eltern dann alles ganz normal weiterging wie bei allen anderen Geburten auch.

Kind kam einfach so geflutscht Und Ronja wurde dort 'vermessen': 3990 Gramm Gewicht und 53 Zentimeter Länge - stolze Maße für ein Baby, das es so eilig hat, auf die Welt zu kommen. 'Sie hat aber ein kleines Köpfchen. Vielleicht ging deshalb alles so gut', schätzt der Papa. 'Es war eine Geburt, wie man sie sich besser nicht vorstellen kann', so die glückliche Mama Martina Gebler, 'Ronja kam einfach so geflutscht ' Wenn Martina Gebler mit ihrer Tochter wieder zu Hause bei Papa Manfred und Bruder Samuel ist, wird es sicher mal eine richtig große Geburtstagsfeier geben - mit allen, die dabei halfen, Ronja im Auto bei St. Coloman im Schein von Schloss Neuschwanstein auf die Welt zu bringen. Und die Familie denkt daran, Ronja in St. Coloman taufen zu lassen. Schließlich hatte sich die Kleine ja genau diese Kirche für den ersten Blick in die Welt ausgesucht.

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