Buchloe
Rohre aus der Kaiserzeit

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Für gut drei Stunden waren in der vergangenen Woche rund 30 Buchloer Haushalte aufgrund eines Wasserrohrbruches an der Kreuzung Hirtenhausberg/Landsberger Straße ohne Wasser (wir berichteten). Als Ursache für den Zwischenfall, der zwischen dem frühen Dienstagabend und Donnerstagmittag teilweise für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgte, nannte Stadtbaumeister Herbert Wagner Materialermüdungen der Graugussleitungen.

Doch wie kommt es eigentlich zu einem Wasserrohrbruch? Laut Helmut Reisinger, Leiter des Wasserwerkes Buchloe, wird knapp ein Viertel des insgesamt rund 75 Kilometer langen Rohrnetzes in Buchloe noch von bis zu 100 Jahre alten Leitungen bestritten. Der Nachteil: Das Material ist sehr anfällig für Erschütterungen, was gerade im Winter immer wieder zu Komplikationen führen kann. Denn: «Ist der Boden gefroren, werden Schwingungen wesentlich stärker übertragen», erklärt Reisinger. Im schlimmsten Fall entsteht ein Rundriss in der Leitung - und das Rohr bricht ab. Gerade Schwerlastverkehr oder nahe Baustellen sind oft Auslöser.

Angesichts dieser Anfälligkeit werden seit Mitte der 1960er Jahre keine Graugussleitungen mehr verlegt. Seither greift die Stadt ausschließlich auf weniger anfällige Materialien, wie PVC zurück, erläutert der Wasserwerk-Chef weiter. «Die Leitungen sind zudem leichter zu verlegen und setzen weniger Ablagerungen an.»

Gleichzeitig bedeutet ein Wasserrohrbruch immer auch einen erheblichen Aufwand und Kosten für die betroffene Stadt oder Gemeinde. In der Landsberger Straße wurde das beschädigte Rohrstück schließlich freigelegt und abgedichtet. Für die Reparaturen und die rund 500 Kubikmeter entwichenes Wasser entstanden dabei laut Reisinger Kosten im mittleren vierstelligen Bereich.

Gemeinden und Städte sind daher daran interessiert, die anfälligen Graugussleitungen aus ihren Netzen zu entfernen. «Wann immer in einem betreffenden Bereich eine Straßensanierung ansteht, werden die Rohre in der Regel ausgetauscht», betont Reisinger.

Dass sich die Bürger in den Bereichen mit betagten Graugussleitungen in Zukunft auf eine Häufung von Rohrbrüchen einstellen müssen, bestreitet er jedoch vehement: «Wie viele Zwischenfälle es pro Winter gibt, ist immer schwer vorherzusagen - mal sind es zwei, mal gar keiner. Zu einer übermäßigen Zunahme wird es jedoch nicht kommen.»

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