Festakt
Röthenbach feiert 1150-Jahr-Jubiläum - Rückblick auf eine wechselvolle Geschichte

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Die Röthenbacher nehmen regen Anteil an ihrem Jubiläum: 300 Besucher kamen zum Festakt anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung der Argental-Gemeinde vor 1150 Jahren und sorgten damit für ein voll besetztes Freizeitzentrum. Im Mittelpunkt des knapp dreistündigen Programms stand die Festrede des Historikers Professor Dr. Reinhard Heydenreuter, der insbesondere auf die Veränderungen Anfang des 19. Jahrhunderts einging.

Die Bedeutung der Klöster als Besitzer von Ländereien stand am Beginn des historischen Rückblicks Heydenreuters auf «einen der älteste Orte im Westallgäu». Gut sei es Röthenbach so viele Jahrhunderte nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 861 gegangen. Die geistlichen Grundherren waren im Bildungssektor aktiv und traten auch als Kreditgeber für die Bauern auf. Die waren frei und sprachen sogar ihr eigenes Recht. Umso einschneidender sei Anfang des 19. Jahrhunderts das Ende der Einflüsse durch das Kloster Mehrerau gewesen. Bis dahin zahlten die Röthenbacher kaum Steuern und gehörten zu Österreich.

Nach dem Anschluss an Bayern ging nicht nur die weitgehende Steuerfreiheit verloren - auch die eingeführte Wehrpflicht und die Abschaffung vieler Feiertage führten 1809 zu einem Aufstand.

Was den Allgäuern und speziell auch den Röthenbachern immer wieder gelungen sei, war die Integration fremder Volksgruppen. So rückte Heydenreuter den Appell «Nicht Bayern muss europäischer werden, sondern Europa bayerischer» an das Ende seiner Ausführungen.

Wichtiges Ereignis: Eisenbahn

Auf die wechselvolle und bewegende Geschichte Röthenbachs ging auch die stellvertretende Landrätin Doris Scheuerl in ihrem Grußwort ein.

Sie hatte in der Röthenbacher Chronik gestöbert und war dabei auf ein weiteres wichtiges Datum in der Dorfgeschichte gestoßen: Den Bau der Eisenbahnstrecke Mitte des 19. Jahrhunderts. «Nun konnte man bis nach Paris, München und sogar nach Hergatz reisen», merkte die in Hergatz wohnende Scheuerl an. Nicht zuletzt seien in Röthenbach viele gute Arbeitsplätze entstanden: «Darauf könnt ihr stolz sein».

Der Vorsitzende des Heimatbundes Allgäu, Karl Stiefenhofer, beschrieb das Dorf als Organismus, der ohne die einzelnen Organe wie Schule, Kirche und Dorfladen nicht denkbar sei. Ein Dorf sei die «Seele einer Gesellschaft», keine «unpersönliche Siedlung». Röthenbach sei über die Jahrhunderte ein lebendiges Dorf geblieben.

Geburtstagsständchen

Die Musikkapelle Röthenbach unter Oskar Bihler und der Männerchor unter der Leitung von Peter Kurzemann umrahmten den Festakt musikalisch. Das eigens komponierte Jubiläumsstück «Am roten Bach» führt die Musikkapelle bei ihrem Festakt in knapp zwei Wochen erstmals auf. Zum Festakt der Gemeinde gab es unter anderem das Geburtstagsständchen «Ein halbes Jahrhundert» zu hören.

Ortsheimatpflegerin Kathi Maurus beschrieb mit einem Gedicht, was Röthenbach so alles zu bieten hat. Und der örtliche Theaterverein steuerte zwei Sketche zum Gelingen des Abends bei.

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