Rocken, wo einst Panzer rollten

Görisried(hcr). - Unwirklich ist die Szenerie der verlassenen Kaserne auf dem Ochsenhofgelände bei Görisried. Langsam rosten die Sicherheitszäune vor sich hin. Die Fensterscheiben der olivgrünen Wachtürme, die auf das weitläufige Militärgebiet blicken, sind zersprungen. Und mittendrin steht ein riesiges Bierzelt, aus dessen Inneren Hammer- und Sägegeräusche nach draußen dringen. Seit einer Woche errichten hier freiwillige Helfer der Musikkapelle und des TSV Görisried das Zelt, in dem am 23. und 24. April, sowie am 1. Mai das Allgäuer Musikfestival 'Go to Gö' zum zwölften Mal über die Bühne geht. 'Mittlerweile haben wir alle Routine und jeder weiß, was er zu tun hat', beschreibt Josef Guggemos, Abteilungsleiter beim TSV Görisried und Mitorganisator, den reibungslosen Ablauf bei den Vorbereitungen. Denn seit dem ersten 'Go to Gö'-Festival im Jahr 1993 hat sich ein fester Mitarbeiterstamm etabliert. Insgesamt steht nun eine Mannschaft von rund 100 Personen hinter dem Festival. Sie verteilen Holzhackschnitzel auf dem Boden des Zeltes, bauen Videoleinwände auf oder schenken während der Konzerte Getränke aus. Das heißt, dass fast jeder zehnte Einwohner der 1100-Seelen-Gemeinde Görisried für das Kultfestival im Einsatz ist. Die Chef-Organisatoren Josef Guggemos und Klaus Unsinn begannen vor über einem Jahr mit den Planungen für 'Go to Gö 2004' - Denn 'nach dem Festival ist vor dem Festival'. Sie klärten Termine ab, wählten die Bands aus und kontaktierten deren Manager. Von Jahr zu Jahr versuchen die beiden, das Musikfestival attraktiver zu machen. Und diesmal holten sie mit den 'Bananafishbones' und 'Liquido' erstmals absolute Topbands nach Görisried.

Positiv fürs Zusammenleben 'Weil die finanzielle Lage der Gemeinde angespannt ist, kann sie die Vereine nicht unterstützen', erklärt Guggemos. So müssten sie das Festival selbst auf die Beine stellen und auch die Miete für das Militärgelände bezahlen. Doch die gemeinsame Arbeit für das große Ziel wirkt sich laut Guggemos sehr positiv auf das Zusammenleben in der Gemeinde aus: 'Das schweißt zusammen und hält das Vereinsleben aktiv.' Fast freundschaftliche Verhältnisse bestehen mittlerweile auch zwischen den Organisatoren und so manchen Stammgästen. 'Die kommen in die Bar und wissen noch, wie du heißt - und sind dann ganz überrascht, wenn man noch weiß, was sie trinken', sagt Roswitha Seelos vom TSV Görisried. Damit die Großveranstaltung reibungslos über die Bühne geht, haben die Veranstalter auch in diesem Jahr einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Um die Absperrung der Parkplätze kümmert sich wie bisher die Freiwillige Feuerwehr. Franz Guggemos, Jugenddirigent und Mitorganisator, ist begeistert von dem großen Festivalgelände, auf dem 'Woodstock-Atmosphäre' herrsche: 'Überall sind Partys und Lagerfeuer. Die Leute bauen ihr Zelt auf oder legen sich einfach mit dem Schlafsack in einen Bunker.' Das Gelände ist beleuchtet und es gibt genügend sanitäre Einrichtungen. Mehr Infrastruktur können die Organisatoren für die Camper aber nicht bereitstellen: 'Und hinterher müssen wir halt aufräumen.' i Den Auftakt von 'Go to Gö' machen am Freitag, 23. April, um 20.30 Uhr die Bananafishbones. Anschließend spielen Liquido und die Allgäuer Pop- und Rockband Pull. Am Samstag, 24. April, sind die Marktoberdorfer Cover-Band LPC und Face zu hören. Zum Finale am Samstag, 1. Mai, werden ab 20.30 Uhr MCF, die Waikiki Beach Bombers und Generation X erwartet.

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