Insolvenz
Rettungsdienst «Gabriel» in Not

Das Unternehmen wurde 1994 als erster privater Rettungsdienst im Allgäu gegründet, nun braucht es selbst Hilfe: Die Krankentransport- und Notfallrettung Gabriel mit Stammsitz in Neugablonz und Niederlassung der Verwaltung in Dietmannsried ist zahlungsunfähig. Betroffen sind 21 fest angestellte Mitarbeiter.

Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nannte der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Geiger vor allem «Altlasten» in der Bilanz sowie die Konkurrenzsituation auf dem Sektor der privaten Anbieter im Allgäu. «Der Geschäftsbetrieb läuft», so Geiger, «ich bin zuversichtlich, dass das auch langfristig so bleibt.» Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren und neu aufzustellen. Das Unternehmen Gabriel ist in der Notfallrettung, dem Krankentransport, bei Sanitätsdiensten und im Patientenrückholdienst tätig.

Für Geschäftsführer Robert Weicker war die Insolvenzmeldung nun so etwas wie ein «Befreiungsschlag». Mit dem Kauf des Unternehmens 2006 habe er auch Schulden übernommen, die zu zwei Dritteln abbezahlt worden seien. «Ich habe auch viel privates Kapital in den Betrieb gesteckt», sagt er.

«Dann sind die Kosten explodiert.» Zuversichtlich sind auch die betroffenen Angestellten: «Wir hoffen, dass eine tragfähige Lösung gefunden wird», meinte ein Mitarbeiter in Dietmannsried.

«Gute Perspektive»

Im Gegensatz zur zentral von einer Kemptener Leitstelle gesteuerten Notfallrettung muss Gabriel seine Krankentransporte über die eigene Einsatzzentrale abwickeln. «Unser Unternehmen hat eine gute Perspektive, wenn wir genug Aufträge von Krankenhäusern und Seniorenheimen bekommen», so Alleingesellschafter Weicker. «Wir sind voll handlungsfähig.

» Weicker betreibt auch die private Rettungsdienstschule Paramed mit Sitz in Kempten (früher Dietmannsried/Oberallgäu). Die Niederlassung in Dietmannsried ist laut Weicker unabhängig von der Schule. Paramed sei durch die Insolvenz nicht betroffen.

Gabriel machte in den Anfangsjahren seit 1994 mit einem rasanten Wachstum von sich reden. Zeitweise hatte das gemeinnützige Unternehmen bis zu 45 Beschäftigte. Für Schlagzeilen sorgte von Mitte der 90er Jahre an der Streit mit den öffentlich-rechtlichen Rettungsdiensten und den Rettungszweckverbänden um die mutmaßliche Benachteiligung privater Organisationen bei Einsätzen, der sogar vor Gericht ausgetragen wurden.

Im Jahr 1998 wurde die Kaufbeurer Rettungswache von Gabriel durch einen Vertrag mit dem Rettungszweckverband Kempten in den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst eingebunden. Ausgenommen davon blieben Krankentransportleistungen.

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