Rettung für alte Schule in Sicht

Markt Kaltental | kfr | Vor der Abrissbirne möchten zwei Bürger die alte Schule in Aufkirch bewahren. Deshalb stellten Gerhard Menhofer und Christian Drescher ein Bürgerbegehren auf die Beine. Der Gemeinderat des Marktes Kaltental hatte auf seiner jüngsten Sitzung mit einer knappen Mehrheit beschlossen, die ehemalige Lehranstalt abreißen zu lassen. Viele der Zuhörer hatten bestürzt auf die Entscheidung reagiert. Menhofer war einer von ihnen und hatte prophezeit: 'Wenn Leute von auswärts in zehn Jahren den Namen Aufkirch hören, werden sie fragen, ob das nicht der Friedhof mit Häusern drumherum ist.'

Noch am selben Abend fasste der Aufkircher den Entschluss für ein Bürgerbegehren. In Christian Drescher fand er einen Mitstreiter. 'Wir hatten uns aber schon im Vorfeld überlegt, was wir machen, falls der Gemeinderat den Abriss beschließt', so Drescher. Sie hätten beide nicht geglaubt, dass die Mehrheit des Gremiums dafür stimmt.

Ist ein Beschluss bereits gefällt, müssen mindestens zehn Prozent der Einwohner einer Kommune das Bürgerbegehren unterzeichnen, um den Weg für einen Volksentscheid zu ebnen. Da im Markt Kaltental etwa 1660 Leute leben, brauchten Drescher und Menhofer 166 Unterschriften. Also zogen die beiden mit ein paar Mitstreitern von Haus zu Haus. Innerhalb von wenigen Tagen hatten sie schon über 200 'Autogramme' gesammelt. 'Die Resonanz bei den Bürgern war überwältigend, nur wenige waren dagegen. Einige Kaltentaler kamen persönlich zu uns zum Unterschreiben, nachdem sie von dem Vorhaben erfahren hatten', freut sich Menhofer.

Gestern Abend wollten sie das Bürgerbegehren ihrem Bürgermeister Manfred Hauser vorlegen. Nun muss der Gemeinderat darüber abstimmen, ob es einen Volksentscheid gibt. Wird dies abgelehnt, könnte dagegen Klage einreicht werden. Dass der Einzelhandelskaufmann und der Flugzeugbauer sich mit dem Procedere gut auskennen, verdanken sie dem Gemeinderat Ralf Tietz. Der Richter, der gegen den Abriss gestimmt hatte, half ihnen bei juristischen Fragen.

Warum ist den beiden so sehr am Erhalt der ehemaligen Lehranstalt gelegen? 'Es hängen Erinnerungen daran, ich bin dort zur Schule gegangen. Ein Abriss hinterließe ein Loch im Ortsbild', meint Menhofer. Gibt es schon Überlegungen für eine mögliche Nutzung? 'Von Seiten der Gemeindebücherei stießen wir auf reges Interesse. Das Gebäude ist recht hoch, was für Bücherregale optimal wäre', so Menhofer. Im Kindergarten hingegen, wo die Bücherei untergebracht ist, sei zu wenig Platz. Außerdem sei von Vorteil, dass man mit der renovierten alten Schule Toiletten im Ortskern hätte. Damit diese für die Öffentlichkeit zugänglich wären, ließe sich eine bauliche Lösung finden. Auch einen Mitinteressenten gäbe es für das Gebäude.

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