Rechnen ist kein Hexenwerk

Kempten | johs | Ob Integralrechnung, Kurvendiskussion oder die Binomischen Formeln: Für viele ist Mathematik ein Buch mit sieben Siegeln. Jetzt wurde in Berlin das 'Wissenschaftsjahr der Mathematik' von Bildungsministerin Annette Schavan eröffnet. Ziel ist, die Vielfalt der Disziplin aufzuzeigen und Schülern die Angst vor dem Fach zu nehmen. Doch warum sollen Schüler Mathe lernen? Die AZ fragte dazu jene, die es wissen müssen - Mathelehrer.

'Mathematik ist keine abstrakte Disziplin, die nach Ende der Schulzeit für die Schüler keinerlei Bedeutung mehr hat', meint Rüdiger Koepner, Mathematiklehrer am Hildegardis-Gymnasium. Im Alltag gebe es viele Bereiche, in denen die Mathematik eine praktische Anwendung finde: 'Wer beispielsweise ein Auto kaufen möchte, will die verschiedenen Rabatt-Angebote vergleichen. Das geht ohne die Mathematik nicht'. Auch in Biologie und in der Kunst sei die Mathematik weit verbreitet.

Nicht nur die Grundrechenarten sind laut Alois Huber vom Carl-von-Linde-Gymnasium für die berufliche Karriere unverzichtbar. 'Wer beispielsweise einmal im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten möchte, wird an der Integralrechnung kaum vorbeikommen', erklärt Huber.

Der Stellenwert der Mathematik muss laut Anton Kirchmann von der städtischen Realschule wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden. Denn noch immer werde seiner Ansicht nach eine schlechte Note in Mathe eher toleriert als in anderen Fächern wie etwa Deutsch. 'Oft heißt es einfach, das ist reine Begabungssache. Doch Mathe kann man erlernen', findet der Fachleiter für Mathematik.

Mit Mathe den Geist trainieren

Mit Mathematik trainiert man laut Winfried Koczy von der Robert-Schuman-Schule vor allem seinen Geist. Um den Schülern die Angst vor dem Fach zu nehmen, müsse die Suche nach dem richtigen Lösungsweg aber auch Spaß machen. 'Dann merken sie schnell, dass Rechnen kein Hexenwerk ist', sagt der Hauptschullehrer.

Den Spaß an Mathe will auch Johann Fasser von der Gustav-Stresemann-Schule seinen Schülern vermitteln. 'Man muss sie spielerisch an das Fach heranführen', erklärt der Leiter der Grundschule. Eine gestellte Einkaufssituation wecke eher die Begeisterung der Schüler als reine Theorie. An weiterführenden Schulen würde der Bezug zur Praxis oft zu kurz kommen.

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