Randale nach Rauswurf aus Lokal

Ostallgäu/Kaufbeuren (bbm). - Es begann als feuchtfröhliche Geburtstagsfeier und endete in einem heftigen Tumult: Ein Brüderpaar (30 und 31) fühlte sich im Oktober vergangenen Jahres zu Unrecht eines Lokals verwiesen und reagierte mit Beleidigungen, Schlägen auf Eingangstüre und Terrassenstühle sowie einer Messer-Attacke. Die Brüder wurden jetzt wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu Geldstrafen von 450 und 1500 Euro verurteilt. Dass jetzt vor dem Kaufbeurer Amtsgericht die Strafe des jüngeren Angeklagten deutlich höher ausfiel als die seines Bruders, lag daran, dass der 30-Jährige derjenige war, der seinerzeit das Messer gezogen hatte. Der junge Mann bestritt dies zwar vehement. Nachdem aber am Tatort ein Klappmesser sichergestellt worden war und Zeugen die Attacke glaubhaft geschildert hatten, gab es für den Richter keine Zweifel an der Situation. Auch in den anderen Anklagepunkten waren sich die beiden Angeklagten zumeist keiner Schuld bewusst und schilderten sich als die eigentlichen Opfer. Sie hätten seinerzeit den Geburtstag des 30-Jährigen in einem Lokal ausklingen lassen wollen, als die Lebensgefährtin des Mannes von einem anderen Gast massiv angemacht worden sei, so der ältere Bruder. Er habe den Mann zur Rede stellen wollen, als die Wirtin erschienen sei und ihn und seinen Bruder des Lokals verwiesen habe.

Den Anklagevorwurf, er habe die Frau als 'Schlampe' bezeichnet und ihr in Aussicht gestellt, mit seinem 'Clan' das Lokal auseinander zu nehmen, bestritt der Angeklagte. Dagegen stand die Aussage der Wirtin. Die Frau bestätigte die Beleidigung und verwies darauf, dass sie das Lokalverbot nur deshalb ausgesprochen habe, weil die beiden Angeklagten seinerzeit andere Besucher angepöbelt hätten. Gäste hätten ihr schließlich geholfen, die jungen Männer nach draußen zu expedieren. Vor der Türe hätten sich die beiden dann 'aufgeführt wie die Berserker', gegen die Eingangstüre geschlagen und Terrassenstühle mit Tritten traktiert. Dabei seien eine Scheibe zu Bruch gegangen und zwei Stühle beschädigt worden. Als daraufhin zwei Männer aus dem Lokal nach draußen gingen, kam es zu der Messer-Attacke, an die sich die beiden Zeugen jetzt noch gut erinnerten. Der 49-Jährige, der seinerzeit Ziel des Angriffs war, erklärte: 'Wenn ich nicht ausgewichen wäre, hätte er mich getroffen.' Die Angeklagten bestritten sowohl diesen Vorfall, als auch die Randale im allgemeinen: Sie hätten seinerzeit nach ihrem Rauswurf nur an die Tür geklopft, um Jacken, Handys und Geldbeutel zu bekommen, die sich noch im Lokal befunden hätten. Dass die Brüder seinerzeit keineswegs so zurückhaltend agiert hatten, wie jetzt von ihnen geschildert, lag für den Vorsitzenden auch aufgrund ihres Verhaltens vor Gericht nahe. Die Angeklagten störten die Verhandlung durch Zwischenrufe, mischten sich ständig in die Befragung von Zeugen ein und entgingen nur knapp einer Ordnungsstrafe. Schließlich meinte der Richter: 'Wissen Sie was? Wenn ich Sie hier so sehe, würde ich Sie liebend gerne aus dem Sitzungssaal rauswerfen!'

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