Buchloe
Qualität setzt sich auch am Hang durch

Einstimmig und ohne große Diskussion stand der Sieger schnell fest: Mit dem Tourenrodel gehts am besten den Hang hinab. Bei hervorragenden Schnee- und Temperaturverhältnissen haben wir uns auf sechs verschiedenen Rutschgeräten den Buchloer Schlittenberg beim Wasserturm hinabgestürzt. Sämtliche Wintersportgeräte wurden einem knallharten Eignungstest unterzogen. Unser Resümee: Runter kommt man mit allen; ausschlaggebend waren am Ende jedoch der Komfort, die Lenkbarkeit und - nicht zu vergessen - natürlich das Tempo.

Tourenrodel spezial: Unser Testsieger besticht durch seine Geschwindigkeit und den guten Sitzkomfort auf stabilem Stoff. Hier thront man wie ein Pascha, sogar harte Bodenwellen werden gut abfedert. Zwischen den Kufen und Holmen aus Eschenholz liegen Gummischeiben, die für eine hervorragende Lenkung sorgen. Kein Wunder, dass der Rodel - hergestellt in einer kleinen Manufaktur am Brenner, die schon für den Dauerrivalen des Hackl Schorsch, Markus Prock, Schlitten baute - auch in unserem Test ganz klar die Nase vorne hat. Einziger Nachteil: Mit seinen stattlichen acht Kilo ist der Tourenrodel richtig schwer, vor allem Berg aufwärts. Dennoch: Für soviel ausgefeilte Tiroler Rodeltechnik kann es nur Platz eins geben.

Zipfelbob: Der kleine rote Rutscher mit Haltegriff heißt tatsächlich so. Seinem seltsamen Namen zum Trotz, zeigt er auf der Piste erstaunliche Fähigkeiten: Der wendige Flitzer geht ab wie Petzi. Ein wenig Sportlichkeit setzt der Zipfelbob allerdings voraus: Denn nur wer die die Beine weit genug in die Luft streckt, kommt auch gut voran. Auf weichen Pisten unbrauchbar (ab einer gewissen Kilo-Grenze versinkt man ganz einfach im Schnee), wird er auf eisigem Untergrund fast unschlagbar.

Rennbob: Keine Frage: Der Husky Snow Flyer de luxe steht für absolutes Erlebnisrodeln. Sportlenkrad, Schalensitz und auf Knopfdruck erschallt eine Alarmsirene - wahlweise in drei verschiedenen Melodien. Darüber hinaus macht der rote Pisten-Ferrari dank seiner schneidigen Optik einiges her. Leider blieben die Vorschusslorbeeren im Praxistest einiges schuldig.

Der Sitz zu hart, die Lenkung versagte. Lediglich in Sachen Tempo hielt der Rutscher, was sein Image versprach. Insgesamt reichte es daher nur für Platz drei.

Poporutscher: Wer nicht gerne schleppt oder zieht, liegt hier genau richtig: Ein Poporutscher passt an jeden Rucksack. Und bergab hat man - zumindest auf kurzen Strecken - trotzdem seinen Spaß. Gelenkt wird der Poporutscher mit den Beinen, gebremst durch Ziehen am Griff - und wenns tatsächlich einmal zu schnell werden sollte, rollt man sich einfach zur Seite. Die günstige Alternative auf festem Untergrund. Noch günstiger ist lediglich das folgende Modell.

Plastiktüte: Aus gesundheitlicher Perspektive sicherlich nicht die sinnvollste Variante, aber immerhin besser als gar nichts. Auf der dünnen Unterlage ist man im wahrsten Sinne des Wortes Eins mit dem Schlittenberg. Gerade Personen mit Rückenleiden und empfindlichem Sitzfleisch sollten daher die Finger von der Kunststofftasche lassen. Jede Bodenwelle, Unebenheit und jedes Steinchen schlagen im wahrsten Sinne des Wortes «eindrucksvoll» durch. Daneben bleiben Lenkung und Geschwindigkeit ebenfalls im unbefriedigenden Bereich. Am Ende ist und bleibt die Plastiktüte eben das, was sie ist: eine Notlösung. Und daher: Platz fünf.

Rutschteller: Wer auf Harakiri-Rodeln steht, liegt bei diesem Modell goldrichtig. Andernfalls sollte man um die flache Rennschüssel einen großen Bogen machen. Zwar bietet die rotierende Untertasse zwischendurch immer mal wieder eine interessante 360-Grad-Ansicht auf den Rodelhang, die Lenkung bleibt dabei jedoch dem Zufall überlassen. Einzig und allein das Tempo stimmt - was die Sache nicht unbedingt besser macht. Wenig verwunderlich, dass der einzige dramatische Sturz des Tages auf die Kappe der Rennschüssel ging. Das Fazit: Wer hier aufsteigt, muss allein auf weiter Flur sein - oder ist lebensmüde. Letzter Platz.

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