Bregenz
Quälender Schreibdrang

Eine bedeutsame Uraufführung erlebte das Publikum am Bregenzer Kornmarkttheater. Das Stück «In der Höhe» ist die szenische Fassung des ersten Textes von Thomas Bernhard, dem 1989 gestorbenen österreichischen Schriftsteller. Dem Vorarlberger Landestheater gelang eine intensive Inszenierung dieser Collage von Philosophien und Fragen des jungen Schriftstellers - die in einen fast schon quälenden Schaffens- und Schreibdrang münden.

Der Handlungsrahmen von «In der Höhe» ist schwer fassbar - und nebensächlich. Der als Prosagedicht verfasste Text skizziert Themen und Motive eines jungen Autors, die beschrieben werden wollen und im Laufe der Jahre von Bernhard auch in Romanen, Theaterstücken und Lyrik beschrieben wurden. Eine Art Vorschau also auf das literarische Werk eines Menschen, der geprägt ist von Gefühlen des Verlassenseins, von Krankheit und immer gegenwärtigem Tod sowie von der als unzulänglich empfundenen eigenen Ausdrucksmöglichkeit. «Der Hund stellt mir Fragen, aber ich bin doch viel zu beschränkt, auf seine Fragen zu antworten», heißt es im Text.

Mit Paul Wolff-Plottegg und Alexander Julian Meile konnte das Bregenzer Haus zwei hervorragende Schauspieler verpflichten. Sie verkörpern ergreifend den innerlich zerrissenen Bernhard: «Ich gehe durch meine Selbstmordgedanken wie durch einen exotischen Garten.» Der Zuseher begegnet einem hoch begabten und tief verstörten Menschen.

Weitere Aufführungen: 5., 6., 10., 19., 20. Februar, Kartenvorverkauf: 0043/5574/42870-600.

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