Quads: Arbeitstiere und Spaßmobile zugleich

Memmingen/Unterallgäu (gw). - Es sind keine Motorräder, es sind aber auch keine Motorroller - es sind ganz einfach 'Quads'. Und die 'sind der absolute Boom. Sie werden uns förmlich aus den Händen gerissen', sagt Jakob Bayer aus Niederrieden, der diese Vehikel verkauft. Was Umweltschützer weniger freuen dürfte: Die vierrädrigen Kleinstfahrzeuge sind in den USA und Kanada schon seit mehr als zehn Jahren der Hit für solche Leute, die gerne querfeldein durch Wald und Flur brausen. Jetzt setzen sie sich auch in Europa immer mehr durch. Sie werden zum größten Teil als Hobbyfahrzeuge genutzt, aber auch als Arbeits- und Sportgeräte eingesetzt. Das Interesse an 'Quads' und 'All Terrain Vehicles' (ATV) ist groß. 'Wir haben im vergangenen Jahr um die hundert Stück davon verkauft', berichtet Bayer, der die heck- oder allradgetriebenen Kleinstfahrzeuge nach ihrer Anlieferung so komplettiert, dass sie in Deutschland und anderen europäischen Staaten für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden können. Es sei schwierig zu unterscheiden, ob es sich um einen Quad oder um ein ATV handle, sagt Bayer. Beide gebe es sowohl als heck-, wie auch als allradgetriebene Versionen, beide als Zwei- und Viertakter. Beide könnten bei entsprechender Motorleistung bis zu 850 Kilogramm ziehen und durch ein Meter tiefes Wasser fahren, ohne Schaden zu nehmen. Gerade diese Allround-Fähigkeiten sind es aber wohl, die das Quad (so heißen beide Versionen im allgemeinen Sprachgebrauch) bei Jägern, Weinbauern, Holzarbeitern oder Landwirten so beliebt machen. Motorsportbegeisterte kaufen sie meistens in der Sport-Version mit Heckantrieb. Gefahren werden sie dann auf Motocross-Pisten oder im winterlichen Tiefschnee. Dazu kommt, dass sie aufgrund ihrer geringen Größe sehr platzsparend sind. Fahren darf man sie mit den Führerscheinklassen drei oder B. Mittlerweile gibt es auch schon Modelle für Kinder. Zu haben sind sie von etwa 2500 Euro bis über 10000 Euro. Als Arbeitsgeräte sind sie beispielsweise umrüstbar zum Rasenmäher, Lastenzieher oder Schneeschieber.

Militärische Vorläufer Quads sind mutmaßlich aus militärischen Vorgängern entstanden. Auf jeden Fall wurde die Entwicklung in den USA und Kanada angeschoben, um mit geländegängigen Fahrzeugen auch noch in das unzugänglichste Gelände zu kommen. Wie Jakob Bayer sieht auch Norbert Lutzenberger von der Zulassungsstelle des Landratsamtes in Mindelheim steigende Zulassungszahlen. So seien im vergangenen Jahr etwa 50 Quads angemeldet worden. Probleme gebe es dabei nicht, weil alle mit EG-TÜV-Genehmigungen ausgestattet seien. 'Das sind so richtige Zwitter, keine Motorräder und keine Autos. Wir haben für sie gesonderte Beschreibungen', erläutert Lutzenberger. Verkehrsrechtlich seien sie so genannte 'Vierrädrige Leichtfahrzeuge zur Personen- oder Lastenbeförderung'. Es gebe aber auch Beschreibungen als Zugmaschinen. Schwierigkeiten kämen eigentlich nur auf, weil zwei Kennzeichen (vorne und hinten) vorgeschrieben, vorne aber meistens keine Halterung vorhanden sei.

Wenig Echo in Memmingen In Memmingen gibt es nur wenige Zulassungen. 'Das liegt daran, dass wir hier nicht das entsprechende Umfeld haben', sagt Thomas Sternath vom Straßenverkehrsamt.

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