Kempten
Psychisch Kranken vor Ort helfen

Beteiligt sind viele und so haben auch alle Beteiligten des sogenannten Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) den Kooperationsvertrag Kempten-Oberallgäu besiegelt. Der GPV ist Nachfolger der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) und baut laut Koordinatorin Silva Schneller auf zwei Säulen: Zum einen gehe es um eine personenbezogene Zusammenarbeit, um für Betroffene die notwendige Hilfe zu entwickeln. Zum anderen sollen die Organisationen und Einrichtungen vernetzt werden. Aufgabe von Silva Schneller wird im nächsten Jahr unter anderem wieder die Koordination der Woche der seelischen Gesundheit im März sein.

Eigens zur Vertragsunterzeichnung war auch Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert gekommen. Er zeigte die Entwicklung der Psychiatrie zur Sozialpsychiatrie auf und betonte: Das Handeln sei auf die betroffenen Menschen gerichtet. Derzeit würden im Bezirk etwa 20 000 Personen über die Ambulanzen versorgt. Man bemühe sich um Lösungen, die sich nach dem Bedarf des Menschen richten. Er soll in seiner Heimat, in seinem Umfeld weiter leben können. Diese Ansätze für den sozialen Raum gelte es zu stärken. Laut Reichert wurden mit den Tagesstätten, den sozialpsychiatrischen Diensten, den Arbeitsprojekten bereits neue Wege beschritten.

Bei Vorsorge engagieren

Doch die klinische Versorgung, so Reichert, reiche nicht. Man müsse sich auch bei der Vorsorge engagieren. Erste Erfolge gebe es bereits: «In den letzten fünf Jahren nehmen die extrem teuren Maßnahmen ab, dafür nehmen die Hilfen vor Ort zu.» Das sei wesentlich menschenfreundlicher. Möglich sei dies allerdings nur, weil auch die entsprechenden Wohlfahrtsverbände mit dem Bezirk an einem Strang ziehen würden.

Der neue Kooperationsvertrag hat einen Personen zentrierten Ansatz. So heißt es unter anderem in Paragraf 1: « Der Mensch steht im Mittelpunkt und soll individuelle und Personen zentrierte Hilfen in der Region erhalten. Ambulante Versorgungsformen stehen dabei im Vordergrund eines differenzierten Versorgungsnetzes.»

Siegfried Roscher, Mitglied im Verband der Angehörigen psychisch Kranker (apk) erhofft sich durch den Kooperationsvertrag beispielsweise eine zügigere Durchsetzung und einen besseren Rahmen für die Vernetzung.

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