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PSNV-Symposium: Vortragsreihe zum Thema Management besonderer Schadenslagen

Stefan Scholl (Polzeiakademie Hessen, Leiter Koordinierungsstelle Einsatzabschnitt Betruung) während seinem Vortrag.
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  • Stefan Scholl (Polzeiakademie Hessen, Leiter Koordinierungsstelle Einsatzabschnitt Betruung) während seinem Vortrag.
  • Foto: BRK Bereitschaften Oberallgäu, Bernhard Settele
  • hochgeladen von Sebastian Stadler

Am vergangenen Samstag, 09.03.2019 fand in Kempten ein PSNV-Symposium des Bayerischen Roten Kreuzes statt – es gab eine Vortragsreihe zum Thema Management besonderer Schadenslagen.

Paris, Brüssel, Berlin, München – die Vergangenheit zeigt, dass sich die Einsatzkräfte auf besondere Schadenslagen wie Terroranschläge und Amoktaten vorbereiten müssen. Dies betrifft aber nicht nur die Kräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr, sondern auch diejenigen, die sich um die Vielzahl unverletzt Betroffener, Angehörige und nicht zuletzt um die Einsatzkräfte selbst kümmern. Gemeint sind die Helferinnen und Helfer der Kriseninterventionsdienste, die im Rahmen der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) tätig werden. PSNV ist dabei definiert als die „Gesamtstruktur und die Maßnahmen der Prävention sowie der kurz-, mittel- und langfristigen Versorgung im Kontext von belastenden Notfällen bzw. Einsatzsituationen“ (Bundesamt für Bevölkerungsschutz- und Katastrophenhilfe, BBK).

Dies hat den Fachdienst PSNV der BRK Bereitschaften Oberallgäu dazu veranlasst, ein Symposium anlässlich dieses Themas zu veranstalten. Die knapp 80 Teilnehmenden waren Helferinnen und Helfer verschiedener Kriseninterventionsteams (KITs) aus Bayern, Baden-Württemberg, der Schweiz und Liechtenstein, aber auch Vertreter der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes und der Stadt Kempten sowie dem Landratsamt Oberallgäu nahmen teil.

Nach der Begrüßung durch die Fachdienstleiterin PSNV der BRK Bereitschaften Oberallgäu, Julia Rebuck, konnten die Teilnehmenden vier spannenden Vorträgen lauschen.

Der erste Referent, Dr. Martin Weber vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), fiel leider kurzfristig krankheitsbedingt aus. Er sollte die theoretischen Hintergründe zu besonderen Bedrohungslagen und Ergebnisse des bundesweiten Auswerteprozesses am BBK zum Thema Management besondere Schadenslagen präsentieren. Julia Rebuck, externes Mitglied dieser
Projektgruppe am BBK, übernahm spontan diesen Vortrag, sodass dieser nicht ausfallen musste.Als zweiten Redner konnte sie anschließend das Wort an Stefan Scholl von der Polizeiakademie Hessen übergeben. Dieser stellte den Anwesenden das Betreuungskonzept der hessischen Polizei vor. Durch eine enge Zusammenarbeit der KITs mit der Polizei insbesondere bei besonderen Schadenslagen kann sichergestellt werden, dass einerseits die Betroffenen frühestmöglich Informationen, etwa über den Verbleib von vermissten Angehörigen, erhalten. Anderseits kann die Polizei durch wertvolle Augenzeugenberichte ihrem Ermittlungsauftrag zielgerichteter nachgehen.

In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmenden austauschen und vernetzten und den Gerätewagen Sanität der BRK Bereitschaft Oberstaufen besichtigen.

Anschließend berichtete Stephan Rudolph, Branddirektor der Berufsfeuerwehr München und Örtlicher Einsatzleiter, eindrücklich über den Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum am 22.07.2016 und vermittelte den Anwesenden so hautnah ein Bild von den Besonderheiten und Herausforderungen, die bei solchen Lagen auftreten können. Zuletzt vermittelte Andrea Walraven, Psychotraumatologin und Fachberaterin PSNV, den Teilnehmenden PSNV-spezifische psychologische Hintergründe bei besonderen Schadenslagen und berichtete über Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Ausland. 

Die Veranstaltung, die in Kooperation mit der Hochschule Kempten und der Fakultät Soziales und Gesundheit stattfand, war ein voller Erfolg und die Teilnehmenden bedankten sich für den „großartigen und informativen Tag“. „Wir wollten den Teilnehmenden einen Blick über den Tellerrand ermöglichen und dennoch den PSNV-Bezug darstellen, dies ist uns und den Referenten mit dieser Veranstaltung auf jeden Fall gelungen“, so Rebuck.

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