Memmingen
Prominenter Vorleser

Die Sparkasse weiß, was sich ihre Kunden in der Vorweihnachtszeit wünschen. Seit Jahren gehören ihre «Lesungen» zu den Rennern des Advents. Vermutlich sind es nicht nur die traulichen Texte zum Thema «Kind in der Krippe samt Ochs und Esel», sondern ebenso die Vorleser, die als Zugpferde ziehen. Geschickt wurde auch in diesem Jahr ein Prominenter gewählt, der «noch bezahlbar» war. Wer kannte ihn nicht schon via Bildschirm, den Ex-Förster von Falkenau: In 16 Jahren nistete sich Christian Wolf mit seiner sanften Liebenswürdigkeit in vielen TV-Herzen ein.

Ihn jetzt leibhaftig zu sehen und zu hören, wollten sich viele nicht entgehen lassen. Zu bedauern waren nur jene, die sich fünf Minuten vor Beginn noch schnell aus einer Ecke einen Stuhl beschafften - und den Theatersaal wegen Überfüllung dann doch nicht betreten durften. Da half auch kein noch so bittender Blick, Vorschrift bleibt Vorschrift.

Wer das Glück hatte, einen Platz zu ergattern, hörte sich gerne zunächst die freundlichen Worte in eigener Sache vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Thomas Munding, an. Dann galt die ganze Aufmerksamkeit dem Hauptakteur, der geschickt Texte unterschiedlicher Autoren mischte und mit gut geschulter Schauspieler-Stimme zum Besten gab.

<p class='tbold'>Wolf lässt die Sterne tanzen</p>

Mit zwei Gedichten ließ er Sterne tanzen, Petrus den Bart stutzen und den lieben Gott mit sieben Schimmeln einreiten. Heiter ging es weiter beim Reimen von Zucker auf einen armen Schlucker. Das angekündigte Besinnliche war aus Selma Lagerlöfs anrührender Palmen-Geschichte unschwer herauszuhören. Von Flucht, Gebet und demütigem «Herabbeugen» war die Rede, die zu beherzigen nicht eigens betont werden musste.

Dann wurden Hast, Hektik, gleißender Lichterglanz und überlaute Weihnachtsmusik beklagt, ohne allzu ernst eine Änderung einzufordern. Am Klassiker Karl Heinrich Waggerl war nichts zu bemängeln, weil in seiner Geschichte rührend geschildert wird, «worüber das Christkind lächeln musste» (einen Floh!).

Mit seiner liebsten Weihnachtsgeschichte beschloss der Vorleser Wolf seinen Part: Kishon, bei dem die Übertreibung zur Pointe gerät, hat es ihm angetan.

Wesentlichen Anteil am besinnlichen Teil des Abends hatte das Streichertrio der Städtischen Sing- und Musikschule. Fleißig und gut strichen Sarah und Stefanie Borner sowie Martina Neidhart die Geigen, um mit vertrauten Weihnachtsliedern den Abend ausklingen zu lassen. Alle Akteure erhielten gebührenden Beifall.

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