Profis beraten bei Klinikumsverkauf

Ostallgäu/Kaufbeuren(mab). - Der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren haben sich auf einen professionellen Berater festgelegt, der die Privatisierung des Klinikums Kaufbeuren-Ostallgäu fachlich begleiten soll. Das teilte der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut in Marktoberdorf mit. Es handelt sich dabei um die 'BDO Deutsche Warentreuhand AG' mit Sitz in Hamburg in Zusammenarbeit mit der Kölner Rechtsanwaltskanzlei Dr. Lauter/Dr. Knorr. Bislang haben sich sieben potenzielle Käufer gemeldet. Des Weiteren gab Fleschhut einen konkreten Fahrplan für die Veräußerung des Klinikums bekannt (siehe Grafik). Johann Fleschhut, der am 1. Januar turnusgemäß den Vorsitz im Verwaltungsausschuss und in der Zweckverbandsversammlung des Klinikums von Kaufbeurens Oberbürgermeister Andreas Knie übernommen hat, betonte noch einmal ausführlich, dass das Klinikum sicherlich nicht an eine Klinikkette verkauft werde, die nur 'Gewinnmaximierung' im Auge habe. 'Wichtig ist uns, dass die Versorgungsstufe 3 erhalten und möglicherweise sogar ausgebaut wird.' Der medizinische Standard und die optimale Versorgung der Patienten genieße höchste Priorität. 'Ebenso wichtig sind für uns die Fragen, was mit den Mitarbeitern und deren Einkommen wird', so Fleschhut weiter.

Hohe Verantwortung Aus diesem Blickwinkel habe man die Firma BDO zur Beratung engagiert, die 'uns als die kompetenteste erschienen ist'. Der Verkauf des Klinikums berge eine hohe Verantwortung in sich und es müssten zahllose Detailfragen geklärt werden, so dass es gerechtfertigt sei, einen so genannten 'Transaktionsberater' ins Boot zu holen. Wie viel Geld Stadt und Landkreis dafür aufbringen müssen, sagte Fleschhut nicht. Die Summe hänge letztlich davon ab, wie viele Beratungstage anfallen und könne von daher noch nicht beziffert werden. Damit bis nach den Sommerferien ein endgültiger Kandidat für den Kauf des Klinikums feststehe, sei ein umfangreiches Arbeits- und Entscheidungspensum zu bewältigen. Dieses soll von einer Lenkungsgruppe bearbeitet werden, die aus dem Verwaltungsrat (je sechs Mitglieder aus Stadt und Landkreis inklusive dem Vorsitzenden Fleschhut und seinem Stellvertreter Knie), dem Klinikum-Vorstand Friedhelm Gallinat, dem Klinikum-Personalratsvorsitzenden Wolfgang Kurschus, dem Ärztlichen Direktor Dr. Michael Strobel und Pflegedirektor Anton Kreuzer besteht. Diese Lenkungsgruppe soll eng mit dem externen Berater zusammenarbeiten.

'Angemessener Verkaufspreis' Des Weiteren wird eine Arbeitsgruppe Medizin im Klinikum unter Vorsitz von Dr. Strobel gebildet. 'Diese soll die medizinischen Aspekte bei der Veräußerung im Auge behalten', so Fleschhut weiter. Bis ein 'angemessener Verkaufspreis' genannt werden könne, vergehe aber noch viel Zeit. Ab dem 1. Januar 2005 soll das Haus dann einen neuen Mehrheitseigner haben. Stadt und Landkreis wollen möglicherweise einen noch nicht genannten Prozentsatz an Besitzanteilen behalten (wir berichteten). Kaufbeurens Oberbürgermeister Knie teilte mit, dass sich bislang sieben Interessenten gemeldet hätten. Um nicht 'den Eindruck von Präferenzen entstehen zu lassen', wollte er aber ausdrücklich keine Namen nennen. Es seien aber einige 'Große der Branche' dabei.

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