Private Daten einfach weitergegeben

Oberstdorf | mic | Eigentlich war es ein harmloser Brief, in dem die Feuerwehr Oberstdorf zum Vereinsbeitritt als förderndes Mitglied einlud. Bei den Zweitwohnungsbesitzern hat dies allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen für reichlich Wirbel gesorgt: Der Feuerwehr hätten die Adressen der Zweitwohnungsbesitzer nicht vorliegen dürfen. Letzten Endes wurde der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz eingeschaltet.

Feuerwehr erbittet Spende

Stein des Anstoßes war ein Brief der Feuerwehr, der bereits im September 2007 die Zweitwohnungsbesitzer auf dem Postweg erreichte. Als 'Oberstdorfer Mitbürger' wurden sie zum Vereinseintritt ermuntert oder um eine Spende gebeten. Daraufhin wandten sich einige Zweitwohnungsbesitzer an die Feuerwehr. 'Es ist mir und meiner Frau nicht bekannt, Ihnen jemals die Anschrift unseres ersten Wohnsitzes mitgeteilt zu haben', heißt es da etwa. Zugleich wandten sie sich an den Datenschutz-Beauftragten.

'Er vermutete zunächst, das Einwohnermeldeamt habe die Daten rausgegeben', berichtet Oberstdorfs Pressereferent Wolfgang Ländle. Wie sich bei den nachforschungen des Datenschützers herausstellte, lag der Fehler aber bei den Gemeindewerken: Von dort wurden die Adressdaten auf Anfrage der Feuerwehr ohne Wissen des Marktes übermittelt. 'Wir haben nach altem Verfahren gehandelt', rechtfertigt Werksleiter Peter Müller die Vorgehensweise. Das habe man etliche Jahre so mit der Feuerwehr gemacht - beschwert habe sich früher nie jemand. An andere Vereine habe man noch nie Daten herausgegeben. Der Gemeindewerke-Chef sprach von einem 'Sturm im Wasserglas' .

'Aus unserer Sicht war die Weitergabe der Daten falsch', betont Rathaus-Sprecher Ländle. Bürgermeister Thomas Müller rügte die Datenübermittlung durch die Dienststelle schriftlich. Zudem veranlasste der örtliche Datenschutz-Beauftragte, dass die Datensätze vernichtet wurden. Laut Ländle will man sich bei den Zweitwohnungsbesitzern entschuldigen.

Bayerns oberster Datenschutz sah indessen von einer Beanstandung ab. Mancher Zweitwohnungsbesitzer ist darüber unglücklich: Es sei nicht richtig, dass mit sensible Daten so umgegangen werde.

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