Preis bei Schlachtvieh katastrophal

Jahresversammlung des Kreis-Bauernverbandes Heimenkirch (rau). 'Weltmeister im Durchschauen des Subventionsdickichts' seien sie, bescheinigte Landrat Dr. Leifert den Landwirten bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes Lindau des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Sowohl über die Aktivitäten der Obmänner und Ortsbäuerinnen, als auch die des Verbandes konnten sich die Bauern in Heimenkirch informieren.

Dr. Alois Kling vom Landwirtschaftsamt Kempten berichtete von der aktuellen Entwicklung bei den Preisen. Während sich der Milchpreis 2003 zwischendurch etwas stabilisiert hatte und der Preis bei Zuchtvieh sogar angestiegen war, sei die Lage beim Schlachtviehpreis katastrophal. Bayernweit am meisten Mittel für artgerechte Tierhaltung seien im Bereich des Landwirtschaftsamtes Kempten gebunden worden. Es habe 187 Bewilligungen in zwei Jahren gegeben, verbuchte Kling einen Erfolg. Positive Signale setze auch der Anstieg der Ausbildungszahlen. Als bedeutsam für die Landwirte wertet Kling, dass die Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) in den nächsten Monaten in eine wichtige Phase treten und im Mai zehn neue Mitgliedsstaaten der EU beitreten. Für alle sollten die gleichen Produktionsbedingungen gelten, so der Wunsch der Behörde. Als gut für die Bauern wertete Kling, dass bei den Förderrichtlinien für Investitionen komplett auf Zuschüsse umgestellt wurde und kein Zwang zu Darlehen mehr herrscht. Laut Kreisbauernobmann Helmut Jäger profitierten die Obstbauern am See von der schlechten Ernte in den Südländern. 'Wir haben einen Vorsprung von vier Wochen', freute er sich über einen flotten Absatz im Herbst. Und zum ersten Mal war in Lindau die Bodenseeäpfelsaison mit einem Fest eröffnet worden. Die für die Obsternte wichtigen Saisonkräfte bräuchten durch die EU-Erweiterung keine Visa mehr, jedoch noch eine Arbeitserlaubnis. Positiv bewertete Jäger ins einer Jahresbilanz den Apfeltag in München und die Einführung der digitalen Flurkarte. Bei einer Besprechung im Verbraucherministerium wurde beim Pflanzenschutz um eine Angleichung von Bayern und Baden-Württemberg gerungen. Der stellvertretende Kreisobmann Otto Rogg, im Kreisverband mehr für die Milchbauern zuständig, berichtete von zahlreichen Tagungen und Sitzungen. Landwirtschaftsminister Josef Miller war im Zuge des Wahlkampfes in Opfenbach zu Gast, der damalige Verbraucherminister Eberhard Sinner auf dem Hof von Otto Rogg in Mothen. Rogg bedauerte, dass die Politiker immer dann, wenn es zu sinnvollen Diskussionen komme, wieder weg müssten. Kreisbäuerin Herta Hitzhaus erwähnte die Notwendigkeit für Bäuerinnen, bei ihren vielfältigen Aufgaben über 'Topmanager-Qualitäten' zu verfügen. Sie berichtete von zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen. Die reichten vom Thema 'Aufnahme von Pflegekindern' über Psychologie zur Sozialpolitik. Ein voller Erfolg waren die Bäuerinnentage, der Stand auf der Dornbirner Messe und der Apfelsaisontag, bei dem der Stand der Bäuerinnen regelrecht 'überrannt' (Hitzhaus) wurde. Paul Straub, Bürgermeister von Opfenbach, nutzte die Anwesenheit von vier Abgeordneten - Heidi Lück, Josef Zengerle, Eberhard Rotter und Adi Sprinkart - um gegen die Vorschrift zu protestieren, dass Hofgebäude nur die ersten sieben Jahre nach Aufgabe der Landwirtschaft einer anderen Nutzung zugeführt werden können. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg, das dieses Gesetz bis Ende 2004 ausgesetzt hat, plane Bayern sogar eine Verschärfung. 'Sollen wir die Gebäude lieber vergammeln lassen?', fragte Straub.

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