Post lässt Steiner-Storch fliegen

Von Brigitte Horn Immenstadt Ein schlanker Storch in abgestuften Grautönen namens Prinzesschen füllt mit elegantem Flügelschlag das jüngste Briefmarken-Werk des aus Immenstadt stammenden, arrivierten Graphik-Designers Professor Peter Steiner: Sein neuerlicher postalischer Erfolg es ist schon der 61.! liegt am morgigen Mittwoch als Erstausgabe des Sonderpostwertzeichens Bedrohte Tierarten an den Schaltern auf.     Am Fuße des Mittag in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, war dem Steiner Peter keine erfolgreiche Künstler-Karriere in die Wiege gelegt. Aber die ins Auge stechende Begabung des jungen Mannes, der sich in den Vierzigerjahren couragiert nach Stuttgart aufmachte, öffnete ihm rasch alle Türen am Institut für Buchgraphik der Akademie der bildenden Künste. Dem Studium folgten nahtlos eine Dozentenstelle und schließlich die ehrenvolle Professur. Die unerschöpfliche Kreativität Steiners überzeugte bereits 1977 auch jene gestrenge Jury, die für das Bundesfinanzministerium die deutschlandweit höchst begehrten, ehrenvollen Wettbewerbs-Einladungen für das Gestalten von Sonderpostwertzeichen ausspricht. Und seither mischt der heute 77-Jährige im Kreis dieser Auserwählten kräftig mit. Seine große künstlerische Bandbreite bestach die Post-Juroren wieder und wieder.

So schmückte Steiners Ideenreichtum schon Briefmarken mit gestrengen Portraits großer Männer, imponierenden Städte-Silhouetten, fröhlichen Fasnachtern, darbenden Hungergestalten, flotten Postreitern und idyllischen Landschaften. Schon seit einigen Jahren bildet Professor Peter Steiner gemeinsam mit Tochter Regina ein siegreiches Familien-Doppel. So auch diesmal, als es darum ging, den vom Aussterben bedrohten Weißstörchen auf einer 55-Cent-Sondermarke zu huldigen. Und nun fliegt ab morgen das Prinzesschen eine mit Sender ausgestattete Störchin, die alljährlich den enormen 12000-Kilometer-Weg bis Kapstadt zurücklegt aus Steinerscher Feder über zigtausende von Briefen. Die Jury, die sich mit 24 Entwürfen von sechs Künstlern auseinandersetzte, hatte sich mit überwältigender Mehrheit für diese Arbeit von Steiner/Steiner entschieden. Der Vogel, so urteilten die Fachleute, sei in der Diagonalen über das ganze Format dargestellt und zeige sich majestätisch im Flug. Der weiße Hintergrund scheine unbegrenzt, die klein gehaltene Typografie unterstütze die Weite des Raums. Besonders bewundert wird der stolze Storch sicherlich auch von all jenen Oberallgäuern, die Peter Steiner und seine Familie persönlich kennen. Denn der sympathische Ex-Immenstädter hat in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter, in der auch Tochter Regina so manche Ferienwoche verbrachte, noch weit mehr als einen Koffer stehn auch wenn der viel beschäftigte Künstler zu seinem Bedauern nur noch selten Zeit für einige erholsame Tage in der alten Heimat findet.

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