Polizei nimmt Alcopops ins Visier

Von Stephan Schöttl, Kaufbeuren - Poppig-bunt sind die Flaschen, von denen Namen wie 'Breezer' oder 'Vibe' schillern. Mit ihren zuckersüßen Inhalten, die alles andere als harmlos sind, locken sie die jugendlichen Käufer. Doch schon der Name Alcopops verrät, dass die grell aufgemachten Getränke Alkohol enthalten, und dies nicht in geringen Mengen. Auch die Polizei Kaufbeuren beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dieser Thematik und wirft besonders in der bevorstehenden Feten-Zeit ein Auge auf den Alkohol-Missbrauch mit Alcopops. Mittlerweile ist die Geschmacksvielfalt beinahe unüberschaubar geworden. Es gibt sie mit Bier, Wein, Rum und Wodka. 'Alle haben gemeinsam, dass das Fruchtig-Süße den Alkoholgeschmack überdeckt', so Polizeihauptkommissar Thomas Wegst. Mit seinen Kollegen von der Polizeidienststelle Kaufbeuren macht er sich Gedanken darüber, wie der übermäßige Konsum der Alcopops bei Minderjährigen eingedämmt werden könnte. Zitat Leider ist es so, dass die Gefahr der Alcopops von Minderjährigen immer noch unterschätzt wird.} Thomas Wegst, Polizeihauptkommissar Die Spirituosen-Mixgetränke dürfen laut Jugendschutzgesetz nicht an Minderjährige unter 18 Jahren abgegeben werden, denn eine Flasche weise einen Alkoholgehalt von fünf bis sechs Volumenprozent auf. Dies entspreche zwei Stamperl Schnaps und ist deutlich mehr, als in einer Flasche Bier enthalten ist. Die ist bereits für 16-Jährige legal erhältlich. In der Realität sieht dies laut Thomas Wegst aber anders aus: Immer noch sei es für Minderjährige viel zu einfach, an Alcopops zu gelangen.

Suchtexperten betrachten die Alcopops als gefährliche Einstiegsdroge. Auch Wegst weiß, dass durch diese Mode-Drinks viele Jugendliche wesentlich früher mit Alkohol in Kontakt kommen. Aus diesem Grund werde während der Feten-Zeit in den Sommermonaten Hauptaugenmerk auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes gelegt. 'Wir werden keine privaten Feiern kontrollieren, aber bei angemeldeten Festen werden wir Stichproben vornehmen', so der Polizeihauptkommissar. Zudem werden von Seiten der Polizei im Vorfeld eines Festes Gespräche mit dem Veranstalter geführt. 'Wir sind uns bewusst, dass wir den Alkohol-Missbrauch bei Minderjährigen nicht zu hundert Prozent verhindern können, aber wir werden den Ausrichtern so gut wie möglich ins Gewissen reden', so Wegst. Die Polizei hofft dabei auch auf die Gemeindeverwaltungen, die die Auflagen für öffentliche Veranstaltungen festlegen. Sollten die Gesetzeshüter auf einer Feier feststellen, dass Alcopops auch an Minderjährige verkauft werden, werde man sich nicht auf Kompromisse einlassen: 'Ein solches Vergehen wird von uns zur Anzeige gebracht', sagt Wegst. Die Anzeige werde dann an das Landratsamt Ostallgäu weitergeleitet, das das fällige Strafmaß bestimmt. Es sei allerdings schwer, in Geschäften oder Tankstellen gezielt zu kontrollieren, ob dort Spirituosen-Mixgetränke an Minderjährige abgegeben werden. 'Wir müssten uns in Zivil neben dem Verkäufer auf die Lauer legen und auf Kunden warten. Ein zu großer Arbeitsaufwand.' Ebenso schwer habe man es, bei Alkoholkontrollen herauszufinden, ob die Betroffenen die besagten Getränke konsumiert haben. 'Wir können ja den Betrunkenen schlecht fragen, was er getrunken hat.' Eines sei allerdings klar: Die Wirkung der Alcopops werde auch von Erwachsenen oft unterschätzt.

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