Plan für neuen Wunderkreis hat sich verlaufen

Kaufbeuren (avu). - Wunderkreise galten früher als Symbole des Lebens: Der Kaufbeurer Wunderkreis macht dieser Historie alle Ehre und zieht nach wie vor zahlreiche Besucher in den Jordanpark. Es gibt nahe der Altstadt jedoch ein weiteres Gelände, das vor zwei Jahren für einen Wunderkreis vorgesehen war: das Areal am Heigele unterhalb des Fünfknopfturmes. Sponsoren für dieses Vorhaben, die für eine Verwirklichung notwendig wären, gibt es jedoch nicht. 'Ein konkreter Baubeginn am Heigele ist derzeit nicht vorgesehen', sagt der Leiter des städtischen Baureferates, Ralf Baur. Zwar wurden kürzlich bereits die Wege in der parkähnlichen Anlage hergerichtet, doch diese Arbeiten stehen in Zusammenhang mit dem abschüssigen Gelände. Bauhofmitarbeiter hatten am Hang unterhalb der Stadtmauer ausgeholzt und die Wege teilweise mit Naturzäunen befestigt. Durch die Lage ist das Areal ohnehin kein idealer Standort für einen Wunderkreis, der mit seinen rund 22 Metern Durchmesser eine ebene Fläche benötigt. 'Die Topografie ist schwierig', bestätigt auch Baur. Mit leichten Erdbewegungen lasse sich das Problem aber in den Griff bekommen. Das Interesse an einem zweiten Wunderkreis scheint aber nicht besonders groß zu sein. 'Die Rückmeldungen der Helfer und Besucher am ersten Wunderkreis zeigen, dass ein zweiter derzeit gar nicht gewollt ist', sagt Günther Pietsch, der bei der Stadt für die Kunst- und Projektförderung zuständig ist. Dabei habe auch die Erkenntnis eine Rolle gespielt, dass sich die Aufmerksamkeit nicht auf zwei Wunderkreise verteilen und damit verflüchtigen soll.

Fünfstelliger Betrag notwendig Zudem gibt es derzeit keine Sponsoren für einen zweiten Wunderkreis. Erst wenn weiteres Geld eingeht, könne mit dem Bau begonnen werden, so Baur. Finanzielle Mittel im fünfstelligen Bereich wären nötig. Darüber hinaus müssten sich auch Gönner für Material sowie Helfer, die mitarbeiten, finden. Der Bau des ersten Kaufbeurer Wunderkreises geht auf mutmaßliche Originalpläne für ein schneckenförmiges Rasenlabyrinth mit zwei Eingängen zurück, die der Stadtverwaltung vorlagen. Nach einem Vortrag des österreichischen Labyrinth-Experten Gernot Candolini in Kaufbeuren hatten sich damals zahlreiche Interessierte gemeldet, die sich schließlich auch an Bau und Pflege eines solchen Kreises im Jordanpark beteiligten. Eine Rekonstruktion am ursprünglichen Standort, dem heutigen Fliegerhorst-Gelände, kam nicht in Frage. Als weitere Möglichkeit wurde noch das Gelände am Heigele vorgeschlagen und vom Stadtrat gutgeheißen. Es befindet sich ganz in der Nähe dieser historisch bedeutsamen Fläche im Fliegerhorst und grenzt an die Altstadt. Auch dieser zweite Kreis soll, sofern er einmal verwirklicht wird, den alten Plänen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts entsprechend 16 spiralförmige Umläufe besitzen und einen Durchmesser von 22 Metern haben. Er hätte damit ebenfalls eine Gesamtweglänge von 380 Metern. Unterdessen scheinen viele Kaufbeurer den ersten Wunderkreis im Jordanpark lieben gelernt zu haben, nachdem dort auch die Eröffnungzeremonie für das Tänzelfest im vergangenen Jahr ein großer Erfolg war. 'Der ist gut in Schuss', sagt Baur. 'Wir haben damit nur gute Erfahrungen gemacht.'

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