Pflanzenöl schmeckt gut und fährt auch gut

Buchloe (en). - Einen Pflanzenöl-Tag veranstaltete die UBI kürzlich im und um das Buchloer Kolpinghaus. Einer Ausstellung von mit Pflanzenöl betriebenen Fahrzeugen und einer entsprechenden Presse am Rathaus schloss sich ein Vortrag von Professor Ernst Schrimpff an. Dieser lehrt in Weihenstephan und gilt als Experte für nachwachsende Rohstoffe. UBI-Vorsitzender Rudolf Grieb freute über das enorme Interesse der Buchloer an alternativen Energien und stellte den Referenten vor, der in Bayern bereits 'Sonnenenergie-Geschichte' geschrieben habe. Schrimpff wies darauf hin, dass die Erdölvorkommen begrenzt sind und deshalb Lösungen für eine künftige Energieversorgung gefunden werden müssen. Angesichts der politischen Zusammenhänge zwischen Krieg und Erdöl in den vergangenen Jahren,vertrat der Professor die Ansicht, dass der Ausbau der Pflanzenöl-Wirtschaft auch Frieden bedeute. Da dieses vor Ort wächst, entstünden keine internationalen Abhängigkeiten, die militärisch gesichert werden müssen. 'Der Saft aus dem Samenkorn ist gespeicherte Sonnenenergie', so Schrimpff. Weiter erklärte er, dass Pflanzenöl eine wichtige Ergänzung zu alternativ erzeugtem Strom aus Sonne und Wind sei. Denn Pflanzenöl, Biogas oder auch nachwachsende Feststoffe könnten Windräder und Solarzellen ersetzen, wenn keine Sonne scheint und kein Wind geht. Pflanzenöl weise eine sehr große Energiedichte auf und verhalte sich bei der Kohlendioxid-Bilanz neutral. Zudem sei Pflanzenöl relativ billig und sicher. Es kann dezentral aus vielen Pflanzen wie Leinsamen, Sonnenblumen, aber auch Kokosnüssen oder Ölpalmen gewonnen werden. Liegt der komplette Kreislauf der Pflanzenölgewinnung beim Landwirt, oder besser Energiewirt, so kann dieser aus den Ölpflanzen auch noch Nahrungs- und Futterstoffe gewinnen. Ein Großversuch mit 100 auf Pflanzenölantrieb umgerüsteten Traktoren verlaufe überaus positiv, so Schrimpff: 'Unser Ersatztreibstoff ist schon da, wir müssen ihn nur nutzen.'

Kritik an Grundschul-Planung Rudolf Grieb erläuterte aus aktuellem Anlass noch die Pläne der Stadt Buchloe zur Energieversorgung der künftigen Grundschule im Westen mit einer Grundwasserwärmepumpe und Gas. Von diesem Konzept riet Schrimpff ab, da der Betrieb der Wärmepumpe sehr stromintensiv sei. Auch Erdgas sieht der Hochschullehrer eher kritisch, da dessen Verfügbarkeit und Kosten an Erdöl gekoppelt seien. Grieb regte an, die Grundschule mit Pflanzenöl zu heizen. Als Pilotprojekt könne man so an zusätzliche Fördermittel vom Freistaat Bayern und der EU kommen. Auch wäre es möglich, dass Buchloer Landwirte dann das Öl für die Schulheizung lieferten. Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion zu nachwachsenden Rohstoffen und ihren Vorteilen an.

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