Marktoberdorf
Parkdeck am Bahnhof endgültig vom Tisch

Der Platz zwischen dem Marktoberdorfer Bahnhofsgebäude und dem Kreisverkehr erhält ein neues Gesicht. Wie es aussieht, soll ein Architektenwettbewerb ergeben, den der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg brachte. Dem Beschluss ging eine lange Diskussion voraus. Vor allem die vorgeschlagene Über- oder Unterführung vom Bahnhof aus zur Johann-Georg-Fendt-Straße sorgte für reichlich Gesprächsbedarf.

Ursprünglich hatte das Wettbewerbsgebiet auch den gesamten westlichen Teil vom alten Fendtparkplatz beim Kreisel bis zum Einkaufsmarkt umfasst, erinnerte Stadtplanerin Barbara Hummel vom Architekturbüro Schober. Inzwischen wurde es abgespeckt. Für die Umgestaltung der Bahnhofstraße liegt bereits ein Entwurf vor und ebenso das Verkehrsgutachten. Die nötigen Grundstücksverhandlungen mit der Bahn AG seien fast abgeschlossen. Somit seien wichtige Grundlagen für den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb geschaffen. Aus den Bewerbungen werden 50 ausgelost. Das Preisgericht besteht aus fünf Fachrichtern (Architekten) und vier Sachpreisrichtern (die drei Bürgermeister und Verkehrsreferent Franz Barnsteiner).

Mit öffentlicher Toilette

Der Stadtrat hielt sich in seiner Beratung im Grunde an die Vorschläge, die die Lenkungsgruppe der Initiative «Mitten in Marktoberdorf» unterbreitet hat. Die plädierte - Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer hatte empfohlen, mehr Autofahrer zum Umstieg aufs Rad zu bewegen - für erheblich mehr Fahrradstellplätze. Der Omnibusbahnhof sollte überdachte, witterungsgeschützte Haltestellen erhalten, um die Akzeptanz des öffentlichen Personennahverkehrs zu erhöhen. Auf ein angedachtes Parkdeck sollte aus Kostengründen verzichtet werden. Denn nach Berechnungen von Stadtbaumeister Peter Münsch verschlingt ein Parkdeck mit 150 Plätzen bis zu 1,8 Millionen Euro. Sollte ein weiteres Geschoss in den Boden gebaut werden, sei noch einmal 1 Million Euro nötig. So soll es nur ebenerdige Parkplätze geben. Auch ein öffentliches WC sei ein Muss.

Falls die Stadt eines Tages Grundstücke auf der Westseite erwerbe, sei eine Querung der Bahngleise «von besonderer Wichtigkeit». Diese jedoch erwies sich als Knackpunkt des Ganzen. Barbara Hummel verdeutlichte, wie viel Platz für eine Unterführung mit behindertengerechter Rampe nötig ist: Auf jeder Seite der Bahnschienen 80 Meter. Das verenge das gesamte Areal, was auf Kosten von Parkplätzen gehe. Ulzhöfer machte im Stadtrat deutlich, dass 50 Plätze allein für Park & Ride die Untergrenze sei.

Querung unbestritten

Dass eine Querung eines Tages kommen müsse, sei unbestritten, hieß es im Rat. Es sei die direkte Verbindung nach Westen und damit zu möglichen weiteren Parkplätzen. Denn ein Umweg über Kreisel oder jetziger Unterführung von 600 Metern sei nicht akzeptabel.

Auseinander gingen die Meinungen, ob es eine Unterführung sein soll oder ein Zugang über die Gleise. Einen Kompromiss zeigte Eugen Kögel (CSU) auf: Unterführung mit steilerer Rampe, die Radler noch nutzen können, und Aufzügen für Behinderte und Eltern mit Kinderwagen.

Bis zu einer Entscheidung über die eingereichten Vorschläge vergehen laut Barbara Hummel rund sieben Monate.

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