Buchloe / Ostallgäu
Ostallgäuer bauen fleißig

Für das Bauen im Ostallgäu ist 2009 zwar nicht mehr so viel Geld in die Hand genommen worden, wie noch im Jahr zuvor - «insgesamt bleibt die Zahl der Baumaßnahmen seit Jahren aber relativ konstant», erklärt Gudrun Hummel, Baujuristin am Landratsamt. Trotz Wirtschaftskrise baut der Ostallgäuer fleißig weiter, vor allem was Einfamilienhäuser anbelangt.

«Hier steigerte sich die Zahl der eingereichten Bauvorhaben von 211 (2008) auf 218 (2009)», liest Andreas Boost, Sachgebietsleiter Bauwesen, aus der Jahresstatistik vor. Im gesamten Bereich der neu gebauten Wohnhäuser sei das Investitionsvolumen lediglich um etwa fünf Prozent geschrumpft - zum Vergleich: Im Gewerbe sanken die Investitionen 2009 um 16,6 Prozent, in der Landwirtschaft waren es sogar minus 39 Prozent. Einen «massiven Einbruch» gab es beispielsweise bei der Zahl der Stallbauten (2008: 40 - 2009: 11).

Dennoch bestimmten auch im Bereich der Landwirtschaft Ausnahmen die Regel, weiß Boost: «Die Zahl der geplanten landwirtschaftlichen Maschinenhallen stieg von 24 auf 41.» Was immer mehr auffalle, wenn man durch die Gegend fährt, seien sogenannte Pultdach-Konstruktionen: Darauf würden gerne Fotovoltaik-Anlagen aufgebracht, um Energie zu gewinnen.

Zurück zum Bereich Wohnhäuser: Warum setzt der Ostallgäuer weiterhin aufs Eigenheim? «Viele Leute legen gerade in Krisenzeiten ihr Geld in sichere Werte an - diese Aussage haben mir Architekten bestätigt», berichtet Baujuristin Hummel. Und wer für neue Häuser nicht viel Geld zur Verfügung hat, investiere vermehrt in die Erhaltung und den Ausbau des bestehenden Eigentums, hat Kollege Boost beobachtet.

«Trend zu kleineren Objekten»

«Wir leben im Allgäu eben etwas positiver», unterstreicht Kreishandwerksmeister Jürgen Reitebuch die Aussagen von Hummel und Boost. Die Ostallgäuer Baufirmen und Handwerker würden derzeit gut mit Aufträgen versorgt, vor allem was Solarenergie und Wärmedämmung angeht. Ob es 2010 so weitergeht, kann Reitebuch noch nicht sicher sagen: «Da wirds wohl einen leichten Rückgang geben.»

Etwas zuversichtlicher ist Rudolf Beck: «Unser Gewerbe hat bereits einige Aufträge für 2010, es sieht momentan also nicht schlecht aus», sagt der stellvertretende Obmann der Ostallgäuer Bauinnung. 2009 seien die hiesigen Bauunternehmer «gut ausgelastet» gewesen. Dem Obergünzburger ist allerdings aufgefallen, dass der Trend «weg von größeren Wohnungsbauten, hin zu kleineren Objekten» geht. Zudem bekäme das Baugewerbe immer mehr Sanierungs- oder Bauerweiterungsaufträge.

Wird aber eigentlich alles gebaut, was vom Bauamt genehmigt wird? «Ich wüsste kein Bauvorhaben, das dann nicht auch durchgeführt worden ist», berichtet Beck. Ähnliches bestätigt Baujuristin Hummel: «Fast alle Baugenehmigungen werden relativ zeitnah umgesetzt.»

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