Ostallgäu Card: erste Bilanz fällt zwiespältig aus

Pfronten/Ostallgäu | dk | Die Bilanz der ersten drei Monate seit der Einführung der Ostallgäu Card ist zwiespältig. So lautet das Fazit des Bundes der Selbständigen (BdS) als Initiator und von Karl-Heinz Kast, Geschäftsführer des elektronischen Bezahlsystems easypay aus Augsburg als Anbieter. Inzwischen sind zwar mehr als 1000 Karten ausgegeben worden. Sie werden aber nur in wenigen Geschäften akzeptiert. Auffällig sei vor allem, dass rund 60 Prozent der Umsätze in Pfronten und Umgebung getätigt wurden, rund 20 Prozent entfallen auf Seeger Geschäfte, so Kast.

Bei dieser Umsatzstruktur sei die Ostallgäu Card 'leider eher eine Pfronten Card', beklagte Hubert Schott, BdS-Projektleiter Pfronten der Ostallgäu Card. Obwohl nur rund 1000 Karten im Umlauf sind und es bis jetzt nur 29 Akzeptanzstellen gibt, sind in den drei Monaten seit der Einführung rund 350 000 Euro Umsatz über diese Karte gelaufen, so Kast. Das zeige, welche Möglichkeiten diese Karte Unternehmen biete. Er wie auch Hubert Schott appellierten an die Geschäftsleute, sich offensiver für den Vertrieb der Ostallgäu Card einzusetzen. Sie biete eine ideale Möglichkeit, Umsatz in der Region zu binden und Kunden zum wiederholten Einkauf zu animieren. Schott forderte erneut die Geschäfte im benachbarten Füssen auf, sich an diesem Kartensystem zu beteiligen. Dass sich die Ostallgäu Card bewährt, zeige das Beispiel des Sportgeschäfts Kolb in Pfronten. Ursprünglich sehr kritisch eingestellt, hat es sich zu einem der Geschäfte entwickelt, die die meisten Karten ausgegeben haben und deren Kunden die Möglichkeiten zum Punktesammeln aktiv nutzen.

'Wir stehen erst am Anfang der Erfolgsgeschichte'

Welche Bedeutung dieser Karte zugemessen wird, zeigt sich auch am Engagement der Gemeinde Pfronten. Tourismusdirektor Jan Schubert betonte, dass man erst am Anfang der Erfolgsgeschichte der Karte stehe und dass die Gemeinde diese voll unterstütze. So akzeptiert zum Beispiel das Alpenbad Pfronten die Karte. Man prüfe derzeit einen sinnvollen Einsatz der Ostallgäu Card im Bereich des Tourismus. So haben Untersuchungen gezeigt, dass rund 39 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Pfronten aus dem Tourismus kommen. Zudem gibt es Überlegungen, eine Verbindung zwischen der künftigen elektronischen Gästekarte und der Ostallgäu Card zu schaffen. 'Hier sind wir wirklich offen für jede Anregung', betonte Schubert.

Um die Verbreitung der Karte und die Anzahl der Akzeptanzstellen zu erhöhen, werden die Allgäuer Zeitung/Füssener Blatt und Radio Ostallgäu ihre Werbeaktivitäten erhöhen, erklärte Elke Tamm, Geschäftsstellenleiterin der Allgäuer Zeitung in Füssen. Die Ostallgäu Card sei für die Wirtschaft in der Region so wichtig, 'da müssen alle an einem Strang ziehen', betonte sie. Auch Christian Settele von Radio Ostallgäu versprach, dass für die Karte qualifizierter geworben werde. Dazu habe man ein neues Instrument geschaffen, das weit über die übliche Länge eines Werbespots hinausgehe. Das so genannte Hörlektiv soll den Hörern - vergleichbar mit dem (Werbe-) Kollektiv in der Zeitung - umfassendere Informationen zur Ostallgäu Card vermitteln.

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