Nesselwang
Ortsobmann verlässt Verband

Für einen Verband, dessen Ziele nicht mehr die seinen sind, will sich Rolf Leumann nicht einsetzen. Weder mit seiner Arbeitskraft als ehrenamtlicher Ortsobmann noch mit seinem Geld in Form eines Mitgliedsbeitrags. So erklärt der Schneidbacher auf Nachfrage unserer Zeitung, warum er zum Jahresende nach 20 Jahren aus dem Bayerischen Bauernverband (BBV) ausgetreten ist.

Was wird aus dem Ortsverband?

Wie es mit dem Ortsverband Nesselwang weitergeht, den er bis dato leitete, wird sich bei der Jahresversammlung am Montag, 8. Februar, ab 20 Uhr im Gasthof «Löwen» in Nesselwang zeigen. «Es wird schwierig», so Leumann. Zum einen habe man schon beim vergangenen Mal Probleme gehabt, die Verbandsspitze zu besetzen. Sein Vorgänger Andreas Haslach war vor knapp zwei Jahren während des Milchstreiks zurückgetreten.

Nun wollten auch mehrere Ausschussmitglieder zurücktreten. Bei der Versammlung stellt sich Leumann ebenso den Fragen und der Diskussion wie der stellvertretende BBV-Bezirkspräsident Alfred Enderle. Eins will Leumann auf keinen Fall: Streit unter den Bauern. Den habe es in Nesselwang nicht mal beim Milchstreik gegeben.

Dass der BBV der Abschaffung der Milchquote nicht zumindest widerspricht, kann Leumann nicht nachvollziehen. Die Folgen seien eine wachsende Überproduktion und fallende Preise. 2009 sank der Preis auf rund 25 Cent pro Liter. 43 Cent wären nach seriösen Berechnungen für eine wirtschaftliche Produktion nötig. «Das sind gewaltige Summen, die fehlen», so Leumann.

Damit Bauern überhaupt noch existieren könnten, wären mehr staatliche Subventionen notwendig. Die könne aber derzeit kein Staat leisten. Ein großer Fehler sei es, den Landwirten zu signalisieren, sie müssten immer weiter wachsen. «Die Subventionen schaffen Kapazitäten, wo gar kein Bedarf ist», sagt Leumann. Der Weltmarkt sei für die europäischen Bauern wegen des niedrigen Preises kein Ziel. Exportsubventionen würden nicht nur in den Ländern, in die Milch exportiert werden soll, die Lage der Landwirtschaft deutlich verschlechtern.

Knackpunkt Gentechnik

Auch bei den Futtermitteln sieht Rolf Leumann seinen bisherigen Verband «auf dem falschen Dampfer». Dieser setzte sich für den Import billiger Eiweißfuttermittel ein, um die Produktionskosten zu senken. Dazu sollten die Toleranzgrenzen für gentechnisch veränderte Futtermittel erhöht werden. Für Leumann ein doppelter Fehler: Er will lieber gentechnikfrei produzieren und kein importiertes Soja verfüttern, während heimischer Futterweizen zum Ladenhüter wird. (mar)

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