Pfronten
Orgeltöne erwecken «Engel»

Wie lange der «Engel» schon in Pfronten-Berg steht, weiß keiner. Im dreißigjährigen Krieg sind bei einem Brand des Pfarrhauses sämtliche Unterlagen vernichtet worden. «Es dürfte aber eines der ältesten Häuser Pfrontens sein», sagt Petra Kienle. Sie hat den einige Zeit leer stehenden Gasthof zusammen mit ihrem Mann Georg gekauft, um ihn als «Alpenrestaurant-Café Engel-Berg» zu neuem Leben zu erwecken. Der Name erinnert an die alte Bezeichnung «Wirt aufm Berg». Dass an diesem Sonntag in der benachbarten Pfarrkirche die neue Orgel eingeweiht wird, ist das Startsignal für den «Engel». Die Musiker des Festkonzertes werden zu den ersten Gästen nach der Wiedereröffnung zählen.

Als Koch und Geschäftsführer hat Hubert Kahle die Geschicke des «Engels» in der Hand, der zuvor drei Jahre im Magnushof in Eisenberg-Unterreuten tätig war. Sein Stellvertreter ist der Konditormeister Reinhard Claves. Er ist damit nicht nur für die «Engelstorte» zuständig, die im barrierefrei zu erreichenden Cafébereich serviert wird.

Die «Ahnenreihe» der Engelwirte lässt sich lückenlos bis zum Jahr 1523 zurückverfolgen. Noch älter ist vermutlich eine Mauer, die bei der Renovierung des Gasthauses zutage kam. Eine tote Maus und ein Stück von einem Baum, die dabei gefunden wurden, könnten näheren Aufschluss geben. Petra Kienle will ihr Alter über die Karbonmethode bestimmen lassen. Immerhin wird vermutet, dass die Wirtschaft wie die Kirche bereits im 11. Jahrhundert entstanden ist.

Dass das Haus, indem einst Händler und Reisende auf der alten Handelsstraße von Augsburg nach Italien rasteten, Geschichte atmet, inspiriert die neue Besitzerin. Historische Führungen könnten bald mit auf der Karte stehen. Schließlich zählen zwei markante Holzhäuser, das Heimathaus und die «Villa Goldonkel», ebenso zu den Nachbarn wie die Pfarrkirche und der Friedhof mit seinem einmaligen und frisch restaurierten Kreuzweg.

Bilder vom alten Pfronten

An das alte Pfronten erinnern auch Ölbilder des Heimatmalers Max Haff, die im «Kutschensaal» neben einer alten Kutsche und Bildern der «Altvorderen» Pfrontens zu sehen sind. Herzstück des «Engels» bleibt die nun «Pfrontener Stube» genannte Bauernstube mit Kassettendecke und Holzvertäfelung.

Für eine weitere Attraktion sollen Musiker sorgen. Nach alter Tradition sollen sie spontan zur Unterhaltung der Gäste zu ihren Instrumenten greifen und dafür mit Speis und Trank entlohnt werden, so die Idee von Petra Kienle.

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