Organisierte Fröhlichkeit

Füssen - Gerade ist sie zu Ende gegangen, die fünfte Jahreszeit: Fasching, Fasnacht, Karneval. Während die Narren und Jecken allenorten der kollektiven Gaudi nachtrauern und innerlich schon den 11. 11. herbeisehnen, machen Faschingsmuffel am Aschermittwoch drei Kreuze: Endlich ist der Trubel vorbei! An letztere Gruppe richtet sich der Film 'Narren', der am Dienstag und Mittwoch, 2. und 3.

März um 20 Uhr im Alpenfilmtheater Füssen beim Lechflimmern gezeigt wird. Der Streifen des deutschen Regisseurs Tom Schreiber spielt in der Karnevalshochburg Köln. Protagonist ist der schüchterne Roman (Christoph Bach), der, erst seit kurzem am Rhein, mit jecker Fröhlichkeit und Ausgelassenheit noch nicht vertraut ist. Viel mehr noch: Schreiber schickt seinen einsamen Großstadthelden auf eine Odyssee durch eine Stadt, in der man sich plötzlich nur noch in Polonäsen fortbewegt; in der rote Pappnasen als das i-Tüpfelchen des Frohsinns gelten; in der kreischende und mit Scheren bewaffnete Frauen Jagd auf Accessoires der Herrenoberbekleidung machen. Dabei zeichnet Schreiber ein hintergründiges, kafkaeskes Bild des Karnevals, in dem der Hauptdarsteller einsam zwischen johlender Menschen zu sehen ist. Faschingsmuffel, ja, sagen wir Karnevalshasser, kommen bei 'Narren' voll auf ihre Kosten: gängige, den Fasching in Frage stellenden Meinungen, werden durch den Streifen untermauert. Mathias Blab

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