Opa bleibt noch unbesiegt

Von Stefan Drescher | Buchloe Mit verbissener Miene wiederholt der zwölfjährige Marc-Dominik Stern die Vorgabe des Betreuers Thomas Schörg: 'Setze Weiß in zwei Zügen matt.' Die Aufstellung der Figuren ist an einem überdimensionalen Schachbrett, das an der Wand hängt, vorgegeben. Nun geht es darum, möglichst schnell die Lösung zu finden - am besten vor dem Gegner.

Nach vielen Angeboten des Schachclubs Buchloe bei der Ferienfreizeit entstand vor rund drei Monaten die Idee, eine dauerhafte Jugendarbeit ins Leben zu rufen. 'Die Kurse für Kinder waren immer gut besucht, darum haben wir die Teilnehmer angeschrieben und uns nach einem längerfristigen Interesse erkundigt', so Hansjörg Rogg, Spieler beim Schachclub Buchloe und einer der vier Betreuer der Jugendgruppe.

Das Ergebnis der Initiative kann sich sehen lassen: Seit Frühherbst trifft sich die knapp 20-köpfige Gruppe jeden zweiten Freitagabend im Kolpinghaus Buchloe, spielt Schach und scheint dabei jede Menge Spaß zu haben. Dass dabei in akustischer Hinsicht manchmal eine Atmosphäre herrscht, die bei einigen eingefleischten Schachveteranen zu skeptischem Stirnrunzeln führen würde, nehmen die verantwortlichen Betreuer mit einem Schmunzeln hin: 'Am Ende der Schulwoche fällt es den Kindern schwer, sich zu konzentrieren', so Schörg.

Spaß am Knobeln

Der neunjährige Tim-Hendrik Stern und sein Bruder Marc-Dominik nehmen bereits seit September an den regelmäßigen Trainingsstunden teil. Das Geschenk eines Verwandten - ein Computerschachspiel - hat ihr Interesse für den Denksport geweckt. Neben dem gemeinsamen Spaß mit den anderen Kindern gefällt Tim-Hendrik vor allem eine Sache am Schach: 'Wenn man erst lange rumknobeln muss und dann die Lösung rausbekommt, ist das toll.' Ein Aha-Erlebnis, das die Betreuer im Aufbau der Stunden ganz gezielt verfolgen. Nach einem kurzen 'Warmspielen' folgt stets eine kleine Lerneinheit, bei der zu vorgegebenen Situationen Aufgaben gestellt werden, um den Kindern gewisse Taktiken und Züge zu vermitteln. Diese neu erworbenen Fertigkeiten finden dann oft über Duelle mit schachkundigen Familienmitgliedern den Weg ins eigenen Wohnzimmer - und dies meist mit Erfolg. 'Gegen Papa hab ich schon mal gewonnen', meint der zehnjährige David Fischer, 'gegen den Opa aber noch nicht. Ich muss halt noch fleißig trainieren.' Fleißiges trainieren ist auch für Tim-Hendrik angesagt, denn: 'Ich möchte mal bei Turnieren mitspielen', so der Neunjährige. Und dieser Traum könnte schon bald in Erfüllung gehen. 'Gegen Herbst planen wir, mit den Kindern auf Jugendturniere in Schwaben zu fahren', so Rogg. Und bis dahin heißt es wohl noch: 'Schach matt, Papa.'

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