Oft werde ich gefragt, wann der Schiedsrichter kommt

von andreas pfeffer | Kempten Es ist in jeder Sportart das gleiche: Der Schiedsrichter hat es schwer und bekommt oft die Schuld für die Niederlage in die Schuhe geschoben. Der 17-jährigen Alina Oppenberger aus Kempten ist das egal. Seit Oktober des letzten Jahres ist sie Eishockey-Schiedrichterin. Eigentlich ungewöhnlich für eine junge Frau ihres Alters. Sie hat aber schon lange eine enge Beziehung zum Eishockey und will sich in dem harten Sport durchsetzen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Schiedsrichterin zu werden?

Alina Oppenberger: Eigentlich wollte ich vor etwa einem Jahr wieder anfangen zu spielen. Hier in Kempten gibt es aber leider kein Frauenteam. Dem Eishockey wollte ich aber irgendwie erhalten bleiben.

Wie war das früher?

Alina: Ich habe mit drei Jahren angefangen, Schlittschuh zu laufen. Bis ich elf war, habe ich dann hier in Kempten gespielt.

Wieso hast du damals aufgehört?

Alina: Ich war das einzige Mädchen in der Mannschaft. Das hat mir dann nicht mehr so viel Spass gemacht?

Gibt es außer Dir noch weitere Schiedrichterinnen im Bezirk?

Alina: Mit mir sind wir in Schwaben jetzt drei. Mit einer Kollegin habe ich auch schon mal ein Spiel geleitet.

Wann war dein erster Einsatz?

Alina: Am 27. Oktober 2007 beim Knabenspiel zwischen Lindau und Memmingen. Das war ganz witzig, es ging 44:1 für Memmingen aus.

Und, nervös gewesen?

Alina: Im ersten Drittel hatte ich schon ein komisches Gefühl. Das hat sich aber schnell gelegt. Anfangs war es schwierig, sich auch noch die Nummern der Torschützen und Vorlagengeber zu merken.

Ist die Aufregung vor einem Spiel inzwischen geringer?

Alina: Ich pfeife teilweise dreimal am Wochenende. Da wird man von Spiel zu Spiel ruhiger.

Wie sind die Reaktionen, wenn die Leute merken, dass Du pfeifst?

Alina: Oft werde ich schon gefragt, wann denn der richtige Schiedsrichter kommt.

Von wem gibt es während einer Partie mehr Kritik: Von den Spielern oder von den Zuschauern?

Alina: Die Spieler sind eher ruhig. Im Gegensatz zu den Zuschauern. Da wird beinahe jeder Pfiff kritisiert. Ich sehe mir oft Begegnungen in Füssen, Kaufbeuren oder Memmingen an. Es ist überall das gleiche.

Bist Du heute abend beim Allgäuer Derby der Männer in Kaufbeuren?

Alina: Ja. Ich fahre mit meinen Eltern hin und werde dem EV Füssen die Daumen drücken.

Wie ist Dein Tip?

Alina: Füssen gewinnt 7:5 und mein Lieblingsspieler Garrett Festerling schießt mindestens drei Tore.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019