Oft schrecklich und doch eine Erfüllung

Oy-Mittelberg (cc). Eine sportliche, kleine, schlanke Frau - Dr. Dorothea Woiczechowski - berichtet mit strahlenden Augen von einer besonderen Aufgabe, die sie jetzt im Ruhestand ausübt: Sie ist Mitglied bei der Organisation 'Ärzte für die Dritte Welt'. 'Mein großes Vorbild war meine Tante, Dr. Eva Weddigen, die eine von England gegründete Krankenstation in Liberia (Südwest-Afrika), leitete.' Genau so wollte auch sie sich für die Not leidende, ärmste Bevölkerung in Entwicklungsländern einsetzen. In Berlin geboren, verbrachte Dorothea Woiczechowski ihre Jugendzeit in Kempten, absolvierte das Medizinstudium in München und arbeitete als Assistenzärztin wieder in Kempten, bevor sie in Tirschenreuth in der Oberpfalz für 25 Jahre eine Kinderarztpraxis übernahm. 2002 erfüllte sie sich dann ihren großen Wunsch und trat 'Ärzte für die Dritte Welt' bei, um sich mit ihrer beruflichen Erfahrung für die Ärmsten einzusetzen. Jeweils sechs Wochen dauern die Einsätze in den Projektländern Indien, Philippinen, Bangladesh, Kenia und Venezuela. Über 250 Ärzte opfern jedes Jahr ihren gesamten Urlaub für die Einsätze bei der Organisation, die Jesuitenpater Dr. Bernhard Ehlen 1983 gründete. Neben der medizinischen Grund- und Notversorgung sind auch Prävention wie Impfeinsätze, Schulungen und Aufklärungsarbeit sowie Hilfe zur Selbsthilfe Teil der Arbeit.

Die engagierten 'German Doctors' erhalten kein Honorar, keine Spesen, sondern beteiligen sich noch zur Hälfte an den Flugkosten. Dr. Woiczechowskis erster Einsatz, erinnert sie sich, war auf der philippinischen Insel Mindanao, wo es zwei Armen-Hospitäler und vier 'Rolling Clinics' gibt. Mit einem Fahrer, einem Pfleger und einer Krankenschwester ging es bei Tropenklima auf die Zehn-Tage-Tour ins Landesinnere, wobei täglich zwischen 70 bis 200 Patienten bis spät in die Nacht hinein versorgt wurden. Extreme Armut, Unterversorgung und Tuberkulose waren bei den Bergstämmen die Hauptprobleme. Weitere Einsätze führten die mutige Ärztin nach Nairobi. 'Dort ist das große Problem Aids. Es war oft so aussichtslos, so schrecklich', erzählt Woiczechowski. 'Aber trotz allem gibt mir die Arbeit Erfüllung und ich kann einigen Menschen das Gefühl geben, dass jemand an sie denkt.' Für das Frühjahr 2005 hat sich die Ärztin schon für ihren vierten Einsatz - wieder in Nairobi - verpflichtet. Bei ihrem Dia-Vortrag 'Bilder aus zwei Welten' im Kurhaus in Oy übergab Bürgermeister Wolfgang Hützler einen Spendenscheck im Namen der Gemeinde und auch die Besucher spendeten reichlich, so dass 300 Euro für die Organisation zusammen kamen. i Spenden für 'Ärzte für die Dritte Welt', gehen an die Kontonummer 4888880, BLZ 50060500. Nähere Infos über die Organisation gibt's im Internet unter www. aerzte3welt. de

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