Oberallgäu
Oberallgäuer Gastgeber wollen finanziellen Spielraum nutzen

Preise senken, investieren, zusätzliche Mitarbeiter einstellen oder doch zunächst einmal Rücklagen bei der Bank bilden? Diese Frage stellt sich jetzt für zahlreiche Gastgeber auch im nördlichen Oberallgäu. Denn: Seit 1. Januar 2010 beträgt die Umsatzsteuer für Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben statt bisher 19 nur noch sieben Prozent. Frühstück und weitere Leistungen rund um die Nächtigungen sind davon ausgenommen und werden auch künftig mit 19 Prozent besteuert.

Robert Frank, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, betont: Die Mehrwertsteuersenkung sei überfällig gewesen, damit die Betriebe in der Region mit den Mitbewerbern im Alpenraum mithalten können. Langfristig würden die Gäste vor allem von einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis profitieren. Dieses sei extrem wichtig, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

In den Gästeämtern hofft man, dass die Vermieter das Geld nutzen, um langfristig die Qualität der Häuser zu verbessern. Jens Hornung etwa, Leiter des Tourismubüros von Oy-Mittelberg, hofft, dass die Mehreinnahmen die Betriebe einen größeren Sprung voranbringen und sich die Qualität verbessert: «Ich denke, dass die Gastgeber damit einen Mehrwert schaffen können, der auch dem Gast einen Mehrwert bringt.»

Die Qualität verbessern

Tatsächlich wollen viele Betriebe in der Region die Mehrwertsteuersenkung nutzen, um langfristig in Qualität zu investieren - so etwa Pächterin Daniela Kramm von der Sommerau in Buchenberg. Weil das Hotel der Gemeinde gehört, würden Renovierungen mit ihr abgestimmt. Aber in einem Haus mit 76 Betten gebe es laufend Bedarf für Verbesserungen. An Preissenkungen für die Übernachtung denke sie nicht: «Wir sind schon sehr günstig in unserem Raum und das können wir nun auch bleiben.»

Als überfällig bezeichnet Richard Zeller vom Goldenen Kreuz in Wiggensbach die Mehrwertssteuersenkung.

Im Vergleich zu den direkten Nachbarn in Österreich und Frankreich sei die Region schon lange benachteiligt gewesen, weil dort die Mehrwertssteuer viel niedriger lag. Er rechnet vor: «Wenn ein Betrieb in Oberstdorf eine Million umgesetzt hat, musste ein Mitbewerber im Kleinwalsertal 100000 Euro weniger Steuern bezahlen.» Die Senkung seit 1. Januar gebe der Hotellerie nun den Spielraum, den sie braucht, um Qualität bieten zu können. Dies könne bedeuten, dass mehr Personal besseren Service bietet oder dass Rücklagen für Investitionen gebildet werden. In der Ausstattung der Zimmer habe nach Einschätzung Zellers die ausländische Konkurrenz das Allgäu etwas abgehängt: «Das gibt jetzt einen gehörigen Schub, die sich positiv auf die Zahl der Gäste auswirken wird.»

Den Service ausbauen

Gut ausgebildete und ausreichend Servicekräfte hält auch Benjamin Buhl, Pressesprecher der Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH, für entscheidend - und hofft daher, dass viele Betriebe zusätzliche Mitarbeiter einstellen werden. «Der Service hat vielerorts gelitten», sagt er. Viele Häuser hatten versucht, mit weniger Personal auszukommen - dadurch blieb letztlich weniger Zeit für den einzelnen Gast. Der aber wolle im Urlaub keinen Stress - und sich von der ersten Minute an wohlfühlen.

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