OB Bosse will die Schulsozialarbeit ausbauen

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Kaufbeuren | mab | Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) will die Schulsozialarbeit (siehe Info-Kasten) in Kaufbeuren noch weiter ausbauen. Das kündigte er bei den Haushaltsdiskussionen im Verwaltungsausschuss an. 'Schon bisher wenden wir viel Einsatz für dieses Thema auf', so Bosse. So gibt es je eine ganze Sozialpädagogenstelle an der Gustav-Leutelt- und an der Berufsschule. An der Josef-Landes-Schule und an der Jörg-Lederer-Schule sind es je eine halbe Stelle. 'Wir werden die Schulsozialarbeit weiter ausbauen', erklärte der OB weiter. So soll die Position an der Jörg-Lederer-Schule auf eine Vollzeitstelle aufgestockt werden. Zudem werde mit der Sophie-LaRoche-Realschule erstmals auch eine weiterführende Einrichtung eine halbe Stelle dieser Art erhalten.

Bosse zeigte sich von der Wirksamkeit der Schulsozialarbeit sehr überzeugt und erteilte einem Antrag von Dr. Wolfgang Schmied (SPD) auf die Ausweisung einer Streetworker-Stelle (also eines Sozialpädagogen, der Jugendliche auf der Straße aufsucht) eine Absage. Die SPD hatte schon mehrmals vergeblich einen Streetworker für Kaufbeuren gefordert. 'Vor einigen Jahren hatten wir eine solche Fachkraft', so Bosse. 'Wir haben das seinerzeit nicht weitergefördert, weil der Jugendhilfeausschuss das einstimmig nicht für nötig erachtet hatte. Es scheint also nicht das geeignete Konzept zu sein.'

'Wir können damit aber Jugendliche erreichen, die durchs Netz gefallen sind, die verloren gehen', so Schmied. Auch jene also, die längst nicht mehr an den Schulen seien.

Zum einen habe die Schulsozialarbeit inzwischen ein Netzwerk, das auch außerschulisch greife, entgegnete der Oberbürgermeister. So habe man einen Schwerpunkt mit jungen Leuten an der Espermühle bearbeiten können, die die Schulsozialarbeiter aus der Schule kannten. Zum anderen warb Bosse ein weiteres Mal dafür, dass bei der Schulsozialarbeit die Problemfälle quasi auf dem Präsentierteller vorzufinden seien. 'Wir können die jungen Menschen dann besser erreichen.'

Schulreferatsleiter Dr. Gert-Peter Strunk ergänzte, dass der Bedarf an den weiteren Stellen eindeutig gegeben sei: Die Jörg-Lederer-Schule werde zur Vollhauptschule ausgebaut. Und im Antrag der Realschule wurde darauf hingewiesen, dass an der Einrichtung mittlerweile über 100 Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet werden.

Während Konrad Fischer (CSU), der selbst als Lehrer an der Jörg-Lederer-Schule tätig ist, der Schulsozialarbeit eine gute Wirkung bescheinigte, bekundete sein Parteifreund Dr. Thomas Jahn grundsätzliche Skepsis an der Sozialarbeit - egal ob an der Schule oder als Streetworker-Konzept. Es gebe wissenschaftliche Studien, die bewiesen, dass 'die Sozialarbeit in den vergangenen 20 bis 30 Jahren überhaupt nichts gebracht hat'. Deshalb forderte er, dass die Kaufbeurer Schulsozialarbeit zumindest in ihrer Wirksamkeit in einigen Jahren bewertet werde.

'Da brauchen wir nicht lange zu warten. An der Berufsschule zeigt sich, dass viele Schüler in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden können. Das ist konkret messbar', so Bosse. Jahn hingegen sah das Übel darin, dass 'die Erziehung immer mehr verstaatlicht wird' und sich Eltern sich aus der Verantwortung stählen. Diese Verantwortung müssten sie wieder übernehmen. 'Aber was machen wir denn, wenn Eltern schlicht und einfach kein Interesse an ihren Kindern haben und diese einfach sich selbst überlassen. Und das passiert nun einmal, da kann man als Staat doch nicht wegschauen', meinte Bosse weiter.

Während der SPD-Antrag erwartungsgemäß abgeschmettert wurde, genehmigte das Gremium die 30 000 Euro zusätzliche Personalkosten im Haushalt 2008, die ab September bis Ende des Jahres anfallen.

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