Scheidegg
«Nur heiße Luft und Wasserdampf»

Wie einige Mitglieder des Bauausschusses festgestellt haben wollen, brodelt in Scheidegg die Gerüchteküche: Was steckt in den weißen Schwaden aus den Kaminen des neuen, erst im vergangenen Herbst in Betrieb gegangenen Hackschnitzelheizwerks?. Nichts Bedenkliches jedenfalls: Nur heiße Luft und wasserdampf, wie der Bürgermeister versichert. Gerade während der vergangenen strengen Frosttage quollen aus den beiden Edelstahlschloten dichte, weiße Dampfwolken in den Himmel und sorgten für reichlich Diskussionsstoff.

Bürgermeister Ulrich Pfanner versicherte im Bauausschuss, dass die Kraftwerksemissionen absolut unbedenklich seien. «Ich kann alle beruhigen. Aus den Kaminen kommt lediglich heiße Luft und Wasserdampf. Die Betreiberfirma Bio-Energie Allgäu hat die modernste Rauchgasreinigungsanlage, die derzeit auf dem Markt ist, installiert.»

Gemeinderat Werner Fehr, der das Thema angesprochen hatte, berichtete dem Gremium über immer wieder gemachte Äußerungen - auch von Urlaubsgästen -, wonach man sich bei der Anfahrt nach Scheidegg und den dabei zu sehenden beiden rauchenden Schloten des Heizwerks ans «Ruhrgebiet» (Fehr) erinnert fühle.

Er regte an, verstärkt Imagepflege zu betreiben, zumal Scheidegg mit dem Prädikat «Höhenluftkurort» wirbt: «Wir müssen unser umweltfreundliches und CO2-neutrales Hackschnitzelkraftwerk der Öffentlichkeit besser verkaufen. Die Leute müssen wissen, dass da wirklich nur sauberer Wasserdampf rauskommt.»

Bürgermeister Pfanner wies ergänzend auf technische Möglichkeiten hin, durch den Einsatz einer sogenannten Entschwadungsanlage der Abluft Wasser zu entziehen und dadurch die Dampfbildung an den Schornsteinen erheblich zu reduzieren. Der Rathauschef informierte die Räte, dass so der Abluft etwa 200 Liter heißes Wasser pro Stunde entzogen werden könnten.

Außerdem wies Pfanner darauf hin, dass im Frühjahr die Außenanlagen bepflanzt und an einen der beiden Edelstahlkamine der vertikale Schriftzug «Bio-Energie» angebracht werde. «Damit weisen wir unmissverständlich auf unsere saubere und nachhaltige Energiequelle hin», so Pfanner.

Gemeinderat Hans Rädler sprach zudem an, dass den Anwohnern des Werks vor allem in den Nachtstunden ein «störendes Geräusch» zu schaffen mache. Bürgermeister Ulrich Pfanner zeigte sich informiert und erklärte, dass die BEA als Betreiber bereits an der Beseitigung des Geräusches arbeite. Pfanner: «Das wird schnell abgestellt.»

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