Kaufbeuren
Nur auf drei Zylindern

Vergleicht man den ESV Kaufbeuren im Jahr 2010 mit einem Fahrzeug, so würde man sagen, dieses läuft derzeit nur auf drei Zylindern. Zwar verbuchten die Joker durch die 2:3 Heimniederlage in der Verlängerung gegen die Eislöwen aus Dresden wenigstens einen Punktgewinn in der zweiten Eishockey-Bundesliga, doch so richtig konnte sich keiner darüber freuen.

Wie die altehrwürdige Eismaschine - die Partie begann wegen technischer Schwierigkeiten mit 25 Minuten Verspätung - hatten auch die Kaufbeurer Kufencracks im Startdrittel deutliche Anlaufprobleme. Zwar attestierte Trainer Ken Latta seinem Team eine stärkere Leistung als zuletzt, doch die Darbietungen im ersten Abschnitt erinnerten sehr stark an die jüngste Vorstellung beim SC Rießersee. Die Gründe dafür lagen sicher auch an einer defensiven Grundeinstellung des Gegners. «Wir wollten zunächst einmal sicher im eigenen Drittel stehen und dem ESVK wenige Möglichkeiten zulassen», lautete die taktische Vorgabe von Gästetrainer Thomas Popiesch.

Die Folge daraus war ein zunächst wenig attraktives Eishockeyspiel mit viel Leerlauf auf beiden Seiten. «Es war während der gesamten Partie eine merkwürdige Stimmung im Stadion», folgerte Vorstand Andreas Settele. Dies lag wohl in erster Linie daran, dass die Geschehnisse auf dem Eis wenig Anlass für große Emotionen auf den Rängen gab. Erst als die Joker ab Mitte des Spiels das Tempo erhöhten, ging deutlich mehr Gefahr für das Gästetor aus. «Verdientermaßen wurden wir dafür mit zwei Toren belohnt», sagte Ken Latta. Dagegen kreidete sein Kollege seiner Mannschaft die zunehmende Passivität im zweiten Drittel an.

Wie knapp Freud und Leid im Sport zusammenliegen, mussten die Kaufbeurer zu Beginn des letzten Abschnitts erkennen. «Das waren heute nur Zentimeter, die über Sieg und Niederlage entschieden haben», sagte Latta in Bezug auf die beiden Pfosten- und Lattenschüsse von Robert Paule und Mike Wehrstedt. In der Tat wäre die Partie bei einem möglichen Stand von 3:1 wohl gelaufen gewesen. Denn zu diesem Zeitpunkt wirkten die Gäste keineswegs, als könnten sie dem Spiel noch eine Wende geben. Diese gab jedoch aus Sicht des Kaufbeurer Trainers der Unparteiische Ramin Yazdi. «Über die Strafzeit von Christoph Aßner kann man noch diskutieren, doch die anschließende Hinausstellung für Emil Ekblad in so einer Situation ist für mich nicht erklärbar», ärgerte sich Latta.

Dass ausgerechnet diese drei gegen fünf Unterzahlsituation ausschlaggebend für den 2:2-Ausgleich war, ist vielleicht bezeichnend für das derzeit fehlende Glück beim ESVK.

Nicht belohnt wurde in der anschließenden Verlängerung auch die offensive Aufstellung der Joker, die beim Siegtreffer für Dresden mit nur einem Verteidiger und drei Stürmern agiert hatten. «Das war so gewollt, und das werden wir auch in Zukunft so versuchen», verteidigte der Kaufbeurer Trainer diese Maßnahme.

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