Füssen
Nostalgisch und aktuell

Glätte und Kuba passen überhaupt nicht zusammen und so kam Knut Gambusch - Moderator der Show «Pasión de Buena Vista» - im Füssener Festspielhaus zu zwei Ansagen, die aus der Reihe der Tournee-Routine tanzten. Der Rheinländer bat das Publikum noch um etwas Geduld, weil viele Besucher durch die Straßenverhältnisse verspätet beim «Musical» gelandet seien. Außerdem könne die legendäre Maida Castaneda in Füssen krankheitsbedingt nicht auftreten, erklärte der Moderator: «Unsere Sängerin ist vor einigen Tagen beim Aussteigen aus dem Tourneebus ausgerutscht. Sie trägt einen Gips», erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung nach dem Finale, das vielleicht 400 Zuschauer mit den gut aufgelegten karibischen Tänzern und Musikern feierten.

Trommelwirbel und Bläsersätze wurden in dieser Show natürlich nicht vom Band eingespielt. Mit seinem Solo live auf der Trompete machte Antonio Castro, der musikalische Direktor, klar: Die Fiesta ist eröffnet, auch wenn die kubanischen Feste nie vor Mitternacht beginnen. Weil der weibliche Star aus der Sierra Maestra auf der Bühne fehlen musste, wurde es ein unterhaltsamer Abend mit fünf Männerstimmen, die auf der Welt wohl einzigartig sind.

Ein Blick in die Zukunft

Tomas Sanchez, 1948 auf Kuba geboren, hat mit dem mittlerweile bereits 77 Jahre alten Pachin Inocente bei einem Bolero-Duett das Publikum sofort auf seiner Seite. Seinem galanten Gesangspartner Pachin gelingt es immer noch, mit dem frisch klingenden «Besame mucho» Hunderte Frauenherzen höher schlagen zu lassen.

Als Talent in diesen großen Fußstapfen präsentierte sich Yulie Velasquez: jung, stimmgewaltig und möglicherweise im Jahr 2060 ein umjubelter Star wie heute Inocente.

Soweit wäre die aktuelle Show «Pasión» durchaus mit ihren Vorgängerinnen auf eine Stufe zu stellen. Dem Produzenten Uwe Dannbacher - verheiratet mit einer Kubanerin - ist es zu danken, dass ein Abend unter dem Markenzeichen «Buena Vista» nicht ausschließlich nostalgisch geprägt sein muss. Mit gewaltiger Kraft lädt «Pasión» das Publikum zur Reise in das heutige Kuba ein. Die Musik in der Hauptstadt Havanna und auch im ganz heißen Osten der Insel ist hier in einen Jungbrunnen gefallen, aus dem sie mit modernen Rhythmen wieder auftaucht. Rumba, Mambo, Cha-Cha-Cha haben damit längst nicht ausgedient. Daneben steht aber heute der Stil «Reggaeton» mit seinen Elementen von Rap und Hip Hop.

Hey, das geht ab: Was Glaidel Alvarez und Dariel Lopez in schweißtreibender Performance als Zugabe boten, hat dann tatsächlich auch noch den Allerletzten in der Stuhlreihe von seinem Sitz losgeeist.

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