Unterallgäu
Noch sind viele Fragen offen

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Die Zielsetzung ist klar: Trotz sinkender Schülerzahlen sollen die 13 Hauptschulen im Landkreis erhalten bleiben. Um sich auch zu Mittelschulen weiterentwickeln zu können, müssen sich die Schulverbände zu Verbünden zusammenschließen. Weniger klar ist bislang jedoch, wie diese Verbünde aussehen könnten. Drei mögliche Varianten (siehe Infokasten) stellte Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß bei einem «Dialogforum» in Mindelheim vor, zu dem Bürgermeister, Rektoren aller Schularten, Vertreter der Elternverbände und Schülersprecher eingeladen worden waren.

Die Verbünde seien eine «Antwort auf die demografische Entwicklung», sagte Regierungspräsident Karl Michael Scheufele bei dem Treffen. Wie ernst diese Entwicklung ist, zeigte Fuß bei ihrer Beschreibung der Ausgangslage: In diesem Schuljahr besuchen 3140 Schüler die Hauptschulen im Landkreis, in vier Jahren werden es laut Prognose nur noch knapp 2400 sein. Dass vor diesem Hintergrund dringend etwas getan werden muss, um Schulstandorte und damit wohnortnahes Lernen zu sichern, stand daher nicht zur Debatte. Wohl aber die Frage nach dem Wie.

Generelle Kritik an der Verbundlösung übte der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring (Grüne): «Die Entscheidung über die Standorte wird nach unten verlagert», befürchtet er.

Letztlich müsse nämlich der Leiter eines Verbunds entscheiden, wie er das ihm zugewiesene Lehrerstunden-Budget verteilt, sprich, ob er es sich leisten kann, Kleinstklassen aufrecht zu erhalten. Grundsätzlich, so Elisabeth Fuß, könne die Mindestschülerzahl innerhalb der Verbünde unterschritten werden - sofern das zugewiesene Lehrerstunden-Budget dafür ausreicht.

Mehrere Bürgermeister, vor allem aus dem westlichen Landkreis, befürchten, dass ihre Gastschulbeiträge in die Höhe schnellen, wenn die Schüler nicht im eigenen, sondern im benachbarten Verbund die nächstgelegene Schule besuchen. Ergeben könnte sich diese Situation beispielsweise in Niederrieden. Die derzeitigen Varianten sehen einen Verbund der Gemeinde mit Babenhausen vor. Viele Schüler seien aber eher nach Memmingen orientiert, so Bürgermeister Michael Büchler.

Rechtliche Grundlagen

Wie Fuß erläuterte, sollen bis spätestens 1. August die rechtlichen Grundlagen geschaffen sein. Regierungspräsident Scheufele betonte aber, dass die Verbünde nicht zwangsläufig im nächsten Schuljahr starten müssten. «Aber wir sollten es auch nicht auf die lange Bank schieben», befand er.

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